Gestern haben Ayako-San, ihr Gatte Koji-San und ich unseren Plan umgesetzt, in Bangkok deutsches Bier und deutsches Essen zu uns zu nehmen. Aus reinem Lokalpatriotismus hätte ich schon erst nach einem österreichischen Wirten Ausschau gehalten, nur leider habe ich keinen gefunden. Das Internet hat zwar viele Österreicher als Köche in Thailand aufgeführt, aber offenbar hat sich kein heimisches Beisl oder Wirtshaus hier als tragfähig erwiesen. Na gut, dann halt aahaan kap bia yereman.
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| Ayako-san und Koji-san |
Unsere Wahl viel auf Tawandang, was meiner Übersetzung nach so viel wie „rote Sonne“ heißen müsste und in Sachen deutsche Gemütlichkeit gepaart mit thailändischer Unterhaltung offenbar der Platzhirsch hier ist. Und unterhaltsam war es in der Tat!
Zum ersten war ich sehr froh, doch einen Tisch reserviert zu haben. Denn nicht nur saßen wir damit gleich vor der Bühne, nein, wir saßen überhaupt. Denn trotz seiner imposanten Größe war das Tawandang restlos ausgebucht.
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| Schaut gar nicht so fett aus ... |
Das Essen war eher auf den thailändischen Geschmack ausgerichtet, so haben wir die wenigen „authentischen“ Speisen ausgewählt: Würschtlteller mit Sauerkraut und Erdäpfelpüree, Stelze (deep fried pork knuckle) mit nämlichen Beilagen sowie plaamuk (Tintenfisch), Pommes frites sowie - für den Japaner beim Trinken offenbar unabdingbar - leicht gesalzene Erbsenschoten. Die Würschtel waren überraschend gut, auch das Pürree und das Sauerkraut. Nur bei der Stelze hatte ich den Eindruck, dass sie die offenbar einfach zur Gänze im siedenden Öl gebraten haben, weil die war fett, das packst Du nicht. Oder bin ich nur einfach schon vom österreichischen Essen entwöhnt? Weil den japanischen Freunden hat es offenbar gut gemundet!
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| Tower of Power! |
Das Bier bekommt man schon auch im Seidel, Krügerl oder als Maß, typischerweise wird aber ein Tower geordert. Ob es daran liegt, dass die Kellnerinnen hier deutlich freundlicher sind als die Kellner mit den zentnerschweren Tabletts im Schweizerhaus? Denn wenn so ein Ding erstmal am Tisch steht, muss die Kellnerin nur mehr regelmäßig die Gläser der Gäste auftoppen und alle sind happy.
Neben Essen und Trinken ist Musik eine unabläßliche Ingredienz für einen „sanuk“ Thai Abend. Daher gibt es eine große Bühne, auf in Summe recht begabte Thai ein Potpourri aus Thai Hits, chinesischen Melodien, amerikanischen Hodern und Musical-Einlagen präsentieren. Alles sehr farbenfroh, sehr engagiert vorgetragen und wirklich unterhaltsam. Nur dass sich beim Drinking Contest (eine Maß Bier mit dem Strohhalm möglichst rasch austrinken) eine Thai Frau gegen einen Taiwanesen und einen Holländer durchgesetzt hat, kann nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein …!
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