Montag, 23. September 2013

Thai Cooking Class

Am Samstag war ich in einer Thai Cooking School hier und hab ein paar feine Speisen gekocht. Im Unterschied zur familiären Atmosphäre in der Cooking Class in Kyoto war das hier sehr professionell aufgezogen, mit mehreren parallel unterrichteten Gruppen und perfekt organisiert. 

Im Gegensatz zur japanischen Küche war mir hier vieles schon vertraut, die eigentliche Überraschung war nur, wie einfach man wirklich gut kochen kann (zB eine Tom Yam Gung). Manchmal dauert die Vorbereitung ein wenig länger, das Kochen selbst ist in aller Regel in ein paar Minuten erledigt. Wichtig ist aber das Timing, zB war die Glasnudeln für meinen ersten selbstgemachten Hühner-Glasnudelsalat gestern offenbar eine Spur zu lange im Wasser, wodurch das ganze schon eine leicht breiige Konsistenz hatte.

Leicht gemacht wird einem das Kochen hier durch die unglaublich frischen und würzigen Zutaten. Der Holy Basil, der Sweet Basil, die Limetten sind einfach von einer Intensität, wie man sie bei uns nicht bekommt. Und bis auf die Limetten, die für Thai Verhältnisse recht teuer sind, kostet das alles praktisch nichts. Ich habe vor einigen Tagen einen kleinen Strauß Basilikum (drei Zweige, eine gute Handvoll Blätter) im Supermarkt um 5 Baht gekauft. Das sind 12 Eurocent. Diidiimaak!

Vor dem Kochen: Marktbesuch
Es gibt vier Sorten Ingwer in Thailand, das ist eine davon
Alles Auberginen
In der Mitte: Koriander

Zum Koriander noch eine Anmerkung: ich habe schon von den Koreaner/innen in der Language School mitbekommen, dass sie alle keinen Koriander mögen, ihnen graust quasi davor. Eine Teilnehmerin am Kochkurs hatte dafür eine Erklärung: in Korea gebe es eine genetische Mutation, die dazu führe, dass für Koreaner/innen Koriander wie Seife schmeckt. Ob es stimmt, kann ich nicht sagen, aber vielleicht fahre ich einfach mal nach Korea und gehe der Sache nach!

Kaffir Lime Blätter, wichtig für Tom Yam 
Kaffir Lime (vulgo "ugly lime"), nur die Schale verwenden
Alles was scharf und gut ist
So, was war das gleich noch. Turnip?
Classmates 
Schürzenverteilung
Shrimps putzen 
Gung 
Kokosreibe. Erinnert sich noch wer an das Museum in Ubon Ratchathani? 
Kokosraspel + Wasser + Kneten = Kokosmilch

Tamarind
Tamarind (groß und klein)
Reisnudeln 
Wok




Dampfgaren, traditionell 
Mehr brauchts nicht für Tom Yam 
Anbraten, Gung dazu, Wasser und Kokosmilch, fertig

Happy Pearl
Für Phad Thai fehlen nur noch die Nudeln

Here they are 
Und fertig.
Mahlzeit 
Zwischengang: Hühnersalat, Laab Gai 
In Thailand sagt man: wer den Mörser am lautesten stößt, ist eine guter Ehemann bzw. eine gute Ehefrau ... 
Green Curry (Geng khiaw) 

Green Curry (Geng khiaw)
Abschlussfotos

Khop khun khrap, khruu!



Sonntag, 15. September 2013

Thailands Schweizer sind aus Germany

Gestern haben Ayako-San, ihr Gatte Koji-San und ich unseren Plan umgesetzt, in Bangkok deutsches Bier und deutsches Essen zu uns zu nehmen. Aus reinem Lokalpatriotismus hätte ich schon erst nach einem österreichischen Wirten Ausschau gehalten, nur leider habe ich keinen gefunden. Das Internet hat zwar viele Österreicher als Köche in Thailand aufgeführt, aber offenbar hat sich kein heimisches Beisl oder Wirtshaus hier als tragfähig erwiesen. Na gut, dann halt aahaan kap bia yereman.

Ayako-san und Koji-san
Unsere Wahl viel auf Tawandang, was meiner Übersetzung nach so viel wie „rote Sonne“ heißen müsste und in Sachen deutsche Gemütlichkeit gepaart mit thailändischer Unterhaltung offenbar der Platzhirsch hier ist. Und unterhaltsam war es in der Tat!


Zum ersten war ich sehr froh, doch einen Tisch reserviert zu haben. Denn nicht nur saßen wir damit gleich vor der Bühne, nein, wir saßen überhaupt. Denn trotz seiner imposanten Größe war das Tawandang restlos ausgebucht.

Schaut gar nicht so fett aus ...
Das Essen war eher auf den thailändischen Geschmack ausgerichtet, so haben wir die wenigen „authentischen“ Speisen ausgewählt: Würschtlteller mit Sauerkraut und Erdäpfelpüree, Stelze (deep fried pork knuckle) mit nämlichen Beilagen sowie plaamuk (Tintenfisch), Pommes frites sowie - für den Japaner beim Trinken offenbar unabdingbar - leicht gesalzene Erbsenschoten. Die Würschtel waren überraschend gut, auch das Pürree und das Sauerkraut. Nur bei der Stelze hatte ich den Eindruck, dass sie die offenbar einfach zur Gänze im siedenden Öl gebraten haben, weil die war fett, das packst Du nicht. Oder bin ich nur einfach schon vom österreichischen Essen entwöhnt? Weil den japanischen Freunden hat es offenbar gut gemundet!

Tower of Power!

Das Bier bekommt man schon auch im Seidel, Krügerl oder als Maß, typischerweise wird aber ein Tower geordert. Ob es daran liegt, dass die Kellnerinnen hier deutlich freundlicher sind als die Kellner mit den zentnerschweren Tabletts im Schweizerhaus? Denn wenn so ein Ding erstmal am Tisch steht, muss die Kellnerin nur mehr regelmäßig die Gläser der Gäste auftoppen und alle sind happy.




Neben Essen und Trinken ist Musik eine unabläßliche Ingredienz für einen „sanuk“ Thai Abend. Daher gibt es eine große Bühne, auf in Summe recht begabte Thai ein Potpourri aus Thai Hits, chinesischen Melodien, amerikanischen Hodern und Musical-Einlagen präsentieren. Alles sehr farbenfroh, sehr engagiert vorgetragen und wirklich unterhaltsam. Nur dass sich beim Drinking Contest (eine Maß Bier mit dem Strohhalm möglichst rasch austrinken) eine Thai Frau gegen einen Taiwanesen und einen Holländer durchgesetzt hat, kann nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein …!