Überraschung 1: ich komme ins japanischen Fernsehen! Ob das eine Gnade ist oder doch eine Last, kann ich noch nicht genau sagen, aber ich nähere mich jedenfalls immer mehr meinem heimlichen Idol Bill Murray an! Suntory Whisky hätte ich schon getrunken, fehlt nur mehr Karaoke und vor allem Scarlett Johansson …! (http://www.youtube.com/watch?v=Fks66sPZkoQ)
Ich ging gerade bei der Osaka Station heraus, wo ich mir einen Railpass für die Fahrt in den Westen gekauft hatte, als ich aus dem Augenwinkel bemerkte, wie sich auf einmal die Köpfe eines Filmteams in meine Richtung drehten. Und schon war ein netter junger Mann da, der mich fragte, wo ich denn her sei, warum ich gerade nach Japan gekommen sei und wo ich denn jetzt hin wolle. Ich antworte wahrheitsgemäß, dass ich gerade auf der Suche nach einem japanischen Küchenmesser für einen Freund von mir sei, aber noch nicht so genau wisse, wo ich dafür hin wolle.
Na optimal, seine Sendung sei genau dazu da, um verirrten Fremden wieder auf den rechten Weg zu helfen! Auf dem Zettel, der mir nach dem Interview überreicht wird, steht es noch genauer: „Two men ROZAN guide travelers who have lost its way. CHICHINPUIPUI is a local TV program which is heart-warming, filled with laughter and hot news.“ Na dann ist ja klar, warum sie sich mich ausgesucht haben!
Ich frage dann noch, ob die Sendung denn auch im Internet zu sehen sein wird, die Antwort darauf war aber nicht sehr klar. Die Website der Sendung ist jedenfalls: http://www.mbs.jp/puipui/ und wer von Euch Zugang zu Leuten hat, die herausfinden könnten, ob es zur Sendung von nächster oder übernächster Woche einen download gibt, wird an dieser Stelle ausführlichst geehrt!
Die Messer in dem Department-Store, das gleich um die Ecke ist, überzeugen mich dann aber nicht, ich habe nämlich sowieso noch ein anderes Ziel im Auge, nämlich einen Shop, auf den ich im Internet gestoßen bin und der von einem freundlichen Kanadier betrieben wird. Und dort erwartet mich:
Überraschung 2: ich kaufe mir ein Messer!
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| Santoku, handgeschmiedet |
Eigentlich bin ich ja im Auftrag Dritter unterwegs, genauer gesagt, eines Dritten (Herwig). Er hätte nämlich gern so ein richtig gutes japanisches Küchenmesser und ich habe angeboten, mich hier umzusehen, was es denn so gibt und was es denn so kostet.
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| Santoku |
Im Tokioter Nobel-Shopping-Distrikt habe ich schon einmal Messer gesehen, die atemberaubend ausgesehen haben. Aber erstens waren sie eher teuer und zweitens lagen gleich daneben Messer, auf deren Schneide groß „Steel from Böhler-Uddeholm“ stand. Man weiß ja, dass Böhler-Uddeholm Weltmeister bei Spezialstählen ist, aber der Exotik hat das dann doch einen kleinen Dämpfer versetzt.
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| Schleifstein, fein |
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| Reinigen des Messers nach dem Schleifen |
Nach zwei Stunden mit Bjorn weiß ich jedenfalls alles über die Messer, er hat erst 9 Jahre bei einem der großen Messerhersteller hier in Japan gearbeitet und seit zwei Jahren seinen eigenen Shop. Vom Einkaufen für Herwig bin ich eh schon lange weg, ich will jetzt selber ein Messer!
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| Oben ein Gyuto, unten ein Santoku. Die Santoku wurden der geringeren Größe der japanischen Küchen angepaßt |
Neben all den Informationen zu den Messern selbst bekomme ich gleich noch einen kleinen Hands-On-Schneidekurs, erstens um die Messer miteinander zu vergleichen, zweitens aber auch um zu verhindern, dass meine Fingerkuppen gleich mit den Karottenscheibchen im Salat landen.
Im Endeffekt entscheide ich mich für ein Gyuto und kein Santoku. Es ist fast unauffällig (es hat zB keine Damaszener-Musterung), es ist nicht handgearbeitet, dafür rostfrei und in der Form europäischen Messern ähnlicher als zB das Santoku, das andere Universalmesser. Es ist sogar teurer als viele der handgearbeiteten, aber es liegt einfach am besten in der Hand und es macht wahnsinnig Spass, damit zu schneiden!
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| Meins! |
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| Dank an Tomaten, Karotten und Lauch |
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| Tower Knives, Osaka http://www.towerknives.com |
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| Lebt das? |

























































