Samstag, 26. Oktober 2013

A walk down Memory Lane

In Bangkok ist mir mittlerweile ein bissl fad. Zum Arbeiten gibt’s nicht mehr viel, das Thai-Lernen hat auch an Anziehungskraft verloren und wenn man davon absieht, ist Bangkok ja eigentlich auch keine besonders schöne Stadt. Intensiv? Ja. Dynamisch? Meistens. Schmutzig? Auch. Gutes Essen? Eh klar. Aber sonst?

Was mir nach der Rückkehr aus Seoul so deutlich geworden ist: in Seoul ist es einfach und lohnend, schnell in die U-Bahn zu hüpfen und sich einen bestimmten Stadtteil anzusehen. In Bangkok ist es dagegen eher mühsam, und sind wir sich ehrlich, eigentlich auch wenig sinnvoll, irgendwo anders hinzufahren, weil es dort meist auch nicht viel anders aussieht. Gut, ganz fair ist der Vergleich nicht, denn in Seoul war neu für mich und Bangkok kenne ich halt schon öfter und länger, aber was ich damit eigentlich sagen will: ich mußte einfach wieder raus aus Bangkok.

Ich konnte mich aber einfach nicht entscheiden, was ich mir noch ansehen möchte: Angkor Wat und Phnom Phen? Saigon und ein bissl Vietnam? Noch einmal Myanmar (Bagan)? Noch einmal Laos (Luang Prabang)? Hab ich gestern halt einen Flug nach Chiang Mai gebucht und mir gedacht, von hier aus kann ich dann immer noch entscheiden, ob ich mit dem Boot nach Luang Prabang fahre, oder mir hier im Norden noch das eine oder andere ansehe oder gemütlich mit ein paar Stopps wieder Richtung Bangkok zurück fahre.

Ich war ja 1997 schon einmal einige Zeit in Chiang Mai (um damals Thai Massage zu lernen) und war gespannt, wie es sich verändert hat. Vom heutigen Spaziergang kann ich sagen: eigentlich recht wenig, gefühlsmäßig mehr Verkehr und ein wenig touristischer. So viele Wats wie heute habe ich damals glaube ich in einem Monat nicht gesehen, und generell fallen mir von damals eher Situationen und Personen ein und weniger konkrete Orte. Schauma mal, wie es jetzt dann am Night Market ist, vielleicht kommen am Weg dorthin wieder Erinnerungen auf.

Der Ringkanal. Wie die Ringstraße, eigentlich.
Kurz darauf habe ich einen Moped-Unfall gesehen, nicht schön.
Schau her!

Wie sich dann heraus stellt: ein Wirtshaus.




So ein Bastard-Bamboo-Tattoo hätte schon was. Leider heute geschlossen.

Gestern ist in Bangkok der Supreme Patriarch der Buddhisten gestorben. Er wurde 100 Jahre alt und, so stand es in der Zeitung, kann in seiner Wichtigkeit mit dem Papst verglichen werden. Was die Bangkok Expat Community allerdings mehr beschäftigt hat, war die Ankündigung der Polizei, dass während der 15-tägigen Trauerzeit "unterhaltsame Aktivitäten" einzustellen wären. Wie in Thailand nicht ganz unüblich, bleibt es ein bissl unscharf, wie lange was genau jetzt darunter zu verstehen ist, jedenfalls haben gestern offenbar eine ganze Reihe von Clubs geschlossen gehalten. Hier in Chiang Mai waren in mehreren Wats Trauerfeiern im Gange. Das ist er:

Der Supreme Patriarch. 
Handarbeit
Wat Chedi Luang.

Ich schau Dir in die Augen, Kleiner. 

Ich hab erst "Conquering Elvis" gelesen ... 
So kann man den King of Rock besiegen (wenn man will)
Beware the sprinter property of you! Sag ich auch immer. 
Wat Chedi Luang, von der anderen Seite. 


Thai ties 


Und zum Abschluss noch ein wenig Staatsraison, ist ja der 26. Oktober heute! Wie ich mein Feierabendbier aufgemacht habe, hab ich mir gedacht, irgendwas fehlt da.

Something is missing.

Also schnell eine österreichische Fahne gebastelt, und gleich schmeckts noch viel besser!!

Laaaaand der Beeeeerrggeee, Laaaaand am Stroooohooomäää!
Bundesbier mit Blume.


Samstag, 19. Oktober 2013

Die Gegeneinladung

Heute haben mich Koji-san und Ayako-san zu ihrem hiesigen Japaner (Abashi, Thong Lor, Soi 18) eingeladen und ich muss sagen: so gut habe ich (mit Ausnahme des Kobe Beefs) in Summe in Japan nie gegessen!

Koji-san und Ayako-san

Die Speisen waren simpel, aber schmackhaft und äußerst abwechslungsreich. Angefangen bei den rohen Babycalamares, die einfach nach Meer geschmeckt haben über den Soft Tofu mit gebratenen Mini-Fischerln (wunderbarer Gegensatz zwischen weichem Tofu und krosser Abdeckung) zum rohen Ei-Thunfisch-Sashimi-Carpaccio, zart gebratenem Fisch (Hake?), weich-saftig gegrilltem Squid und diversen anderen Schmackhaftigkeiten. Ich war dann nur so mit Essen beschäftigt, dass ich keine weiteren Fotos mehr gemacht habe. Sorry.

Babycalamares
Etwa das erste Viertel aller Speisen, die noch kommen
Laut Koji-san ist ein Bier vorab Pflicht

Dass Sake ein sehr schmackhaftes Getränk sein kann, habe ich schon in Japan feststellen können, heute hat es mir vor allem die Darreichungsform angetan: im Holzviereck, dessen Aufschrift Koji-san mir nur sehr bruchstückhaft übersetzen konnte. Man streut jedenfalls etwas grobes Meersalz auf die Ecke, über die man den Sake dann trinkt und all das, was man dabei zwangsläufig verschüttet, wird im Untersatz aufgefangen und bei Gelegenheit einfach wieder in den Behälter gegossen.

Kalter Sake, traditionell. Der warme Sake wird dann aus Fingerhüten getrunken   

Ayako-san setzt zwischen den Language Classes immer wieder ein Monat aus, um Gesangsunterricht zu nehmen. Wie sie heute gesagt hat, rühren sie die Wiener Philharmoniker immer wieder zu tränen. Koji-san ist das ja eher wurscht, aber wie ich ihm gesagt habe, dass in Österreich quasi an jedem Straßeneck eine Würschtelbude steht (also auch vor und neben der Oper), wo man Tag und Nacht Bier und Würschtel bekommt, war er einem Wienbesuch zu Ayakos Geburtstag (Ende Mai) auf einmal gar nicht mehr so abgeneigt, Schauma einmal, vielleicht kommen die beiden ja kommendes Frühjahr nach Wien und Umgebung (Budapest, Prag, Salzburg, Venedig ...).

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Und zum Abschluss: Kimchi, Kimbap, Mandu

Korea in einem Wort? Kimchi
So, das war ein gelungener Abschluss einer überaus gelungenen Reise! Nicht nur, dass ich heute gelernt habe, wie ich meine drei koreanischen Leibspeisen selber zubereiten kann, nein, es hat in der Nacht auch ordentlich abgekühlt und zu regnen begonnen, somit wäre das städtliche Herumwandern im warmen Herbstsonnenschein, das die letzten Tage so angenehm gemacht hat, ohnehin ins Wasser gefallen.

Das meiste davon kommt ins Cabbage-Kimchi
In der Kochschule, die ich mir ausgesucht habe, konnte ich á la carte auswählen, welche Speisen ich lernen wollte. Nachdem koreanische Tischgrills in Österreich nicht besonders verbreitet sind, habe ich mich gegen das naheliegende Bulgogi entschieden, sondern eher für Speisen, die sich auch auch in Österreich leicht nachkochen lassen (ohne dass man dafür gleich einen koreanischen Hanok nachbauen müsste). Und, noch wichtiger, von den drei gewählten Speisen habe ich in den letzten beiden Wochen jeweils eine oder mehrere exquisite Varianten gekostet, wogegen die meisten Bulgogis (naja, so viele waren es dann gar nicht) oder das ebenfalls berühmte Bibimbap schon OK, aber auch nicht umwerfend waren.

Kimbap sind koreanische Makis, nur variantenreicher und würziger als die japanischen 
Reis gleichmäßig auf dem Algenblatt verteilen 
Als Füllung nimmt man, was es grad gibt. Zum Beispiel: gelben Radi, grüne Gurke, Karotten und Fishcake
Danach falten und fest zusammen drehen
Schneiden, mit Sesam bestreuen und fertig
Zutaten für die Mandu (die koreanischen Gyoza)
Man kann unterschiedliche Formen basteln, braucht aber Übung!
Kimchi gibt es in allen Formen und saisonalen Varianten, am weitesten verbreitet ist das Kimchi aus Cabbage (Kohl) und Radish (Meerrettich, Radi). Grundsätzlich könne man aber jedes Gemüse zu Kimchi verarbeiten, hat die Kochlehrerin gemeint.

Kohl halbieren 
Grobes Steinsalz ins kalte Wasser geben  
An die dicken Stellen noch extra Salz geben 
Je nach Dicke des Gemüses mehrere Stunden einweichen
Danach Salz abspülen
Koreanische Messer haben einen flachen, gerippelten Boden 
Denn nur so könne man den Knoblauch koreanisch korrekt behandeln
Die Kimchi-Sauce anmachen und gut am Kimchi-Gut verteilen
Und dann gleich essen oder ein bis drei Jahre unter Luftabschluss fermentieren lassen. Es soll wie beim Wein sein: je älter, desto besser ...
Kimchi couple aus HK
Um es vorweg zu nehmen: natürlich konnten es meine selbstgekochten Speisen nicht mit jenen der unbekannten Meister und Meisterinnen aufnehmen, die ich in den letzten beiden Wochen verkostet habe, aber: sie haben eindeutig Potential!

Kimchi
Mandu
Kimbap
Mahlzeit!