Heute war ein guter Tag, ganz nach dem Motto einer Geschichte von Freund Wolfram: wonns laafft, donn laaffts!
Erst sah es ja noch nicht danach aus. Ich hatte schlecht geschlafen, weil ich am Abend davor erst nach 22.00 Uhr (nach mehr als einer Stunde Wartezeit) etwas vom Roomservice bekommen hatte und dann ab 3.00 Uhr früh etwa alle 20 Minuten irgendwo in der Nähe ein Kühlaggregat zu scheppern und brummen begann. Wie ich dann in der Früh aus dem Fenster gesehen habe, war der Himmel wolkenverhangen und es sah nach Regen aus.
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| Das ist nicht von Niemeyer, aber davor gibts gute Coxhinas |
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| Estadio |
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| Rote Erde. Kann was. |
Ich hab daraufhin den Vormittag dann damit verbracht, nach Flügen zu suchen, die nicht um 1.55 Uhr in der Früh starten oder ankommen und weniger als 300 Euro kosteten und wollte es dann schon fast wieder aufgeben, als ich auf einmal einen Flug nach Belem am mittleren Vormittag um grad einmal 70 Euro gefunden habe. Auf der brasilianischen Seite konnte ich natürlich wieder nicht buchen, und auf der internationalen Website, auf die sie mich verwiesen haben, kostete genau derselbe Flug 421 Euro. Ich wiederhole mich: die brasilianischen Fluglinien sind übelste %!“¢¶?[!!
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| Der Fernsehturm |
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| Banco do Brasil |
Ich bin dann nur mit geringen Hoffnungen in das Reisebüro im Hotel unten gegangen, doch siehe da: mit einem fairen Aufschlag von 40 R$ hatte ich 20 Minuten später mein Ticket in der Hand! Zu dem Zeitpunkt hatte sich dann auch schon die Sonne blicken lassen, ich habe im Shoppingcenter ums Eck eine günstige Short gefunden und bin dann zunehmend wohlgemut durch Brasilia spaziert. Ich habe erst in einer an sich weniger spektakulären Ecke begonnen, aber auch da war es schon faszinierend, die Weite und Offenheit der Stadt zu spüren und zu sehen, wie rasch sich die Perspektiven ändern, selbst wenn man zu Fuß unterwegs ist.
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| Nationalbibliothek |
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| Iglu? Saturn? Nö, Museum, Niemeyer |
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| Zehn der 20 Ministerien |
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Pietro hat mich u.a. darauf hingewiesen, dass bei allen wesentlichen Gebäuden
in Brasilia ein "Spiegel" in Form einer Wasserfläche eingeplant wurde. Interesting. |
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| Plano Piloto |
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| Der erste Stock steht nicht auf Säulen sondern hängt von der Decke |
Beim leider für Besucher geschlossenen Fernsehturm bin ich dann mit einem brasilianischen Filmstudenten ins Reden gekommen, der in Buenos Aires studiert, derzeit gerade Sommerferien hat und Reiseschnipsel für ein Uniprojekt aufgenommen hat. Wir sind dann gemeinsam weiter gezogen, bis uns beiden die Füße weh getan und mir die Birne zu brennen begonnen hat.
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| Catedral Metropolitana do Brasilia |
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| Eine exakte Kopie der Pieta |
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Und aufs Wesentliche wird in der Kirche auch nicht vergessen.
Billiger als vor der Tür und vermutlich auch noch mit blessings von ganz oben |
Nachdem es ja nicht gerade einfach war, hierher zu kommen, war ich ja schon fast ein bissl vorsichtig, ob mir Brasilia wieder gefallen würde. Nach dem heutigen Tag kann ich sagen: es ist anders als damals knapp nach Neujahr, als die Stadt im Tiefschlaf lag (damals sah ich maximal ein Auto pro Minute, heute sinds ein bissl mehr), aber der Reiz der Stadt ist immer noch da.
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Am Anfang war für jedes der 20 Ministerien-Gebäude je ein Ministerium
vorgesehen, mittlerweile werden die meisten Gebäude geteilt.
Ministerielle WGs, quasi. |
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| Da schau her. Hier gehts offenbar ... |
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| Das Außenministerium. Na, Herr Klaus, wär das nix? |
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| Congreso |
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| Wasser auf den Mühlen des Justizministeriums |
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| Der Amtssitz des Präsidenten / der Präsidentin |
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Und, wir sind schließlich in Südamerika,
es braucht natürlich einen Balkon, von dem aus
man das Volk adressieren kann. Ich hab Pietro erzählt,
dass unser Bundesbalkon vermutlich 1955 zum letzen Mal zum Einsatz kam. |
Laut Pietro ist es auch nicht mehr so, dass Brasilia für Brasilianer immer noch ein Fremdkörper ist (vielleicht haben es ein paar Cariocas noch nicht ganz verschmerzt, nicht mehr Hauptstadt zu sein), aber ansonsten ist mittlerweile die zweite Generation von Brasilianern herangewachsen, für die Brasilia die Hauptstadt ist und für die hier geborenen und hier lebenden offenbar auch eine Stadt mit durchaus Lebensqualität.
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| Praca dos Tres Poderes |
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| Den Herrn kennen wir doch |
Für mich ist es der ungebrochene Fortschrittsglaube der 50er Jahre, der aus dem Design der Stadt spricht. Fußgängerunterführungen, ein modernes öffentliches Verkehrssystem oder ähnlichen Schmonzes wird man zum Beispiel vergeblich suchen. Aber auch wenn sich die Sicht auf die Welt mittlerweile etwas geändert hat, finde ich erstaunlich, wie zeitlos die Stadt und die Gebäude immer noch wirken.
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Leicht aufbrennt. Im Hintergrund entsteht ein weiteres Hotel.
Man ist schließlich im Setor Hoteleiro Norte (SHN). |