Mittwoch, 22. Januar 2014

Pomerode

Ich weiß ja immer noch nicht, wie man Pomerode genau ausspricht: ob [pomerode], wie es wahrscheinlich die 70% Deutschsprecher dort sagen würden, die überwiegend aus Pommern eingewandert sind (daher der Name) oder [pomeradschi], wie die brasilianische Variante klingen dürfte. Egal, mich hat der Bus jedenfalls anstandslos die Stunde von Blumenau dorthin und wieder zurück gebracht und es war ein netter Ausflug.

Deutsche Wurschtauslese, besser als jemals im
echten Deutschland gegessen!

Die Kuchentheke habe ich verschmäht,
bis auf einen wuzikleinen Apfelstrudel. Lecker! 
Der Eimer hat tatsächlich geplätschert

Was mir den Tag gegen Ende ein bissl getrübt hat, war die Tatsache, dass der Flug nach Brasilia, den ich am Morgen noch um 90 Euro gesehen hatte, am Nachmittag auf einmal 220 Euro kostete. Solche Erfahrungen (und vor allem solche Preise) machen für mich das Reisen in einem Land ein bissl unangenehm. Aber damit muss ich wohl leben.


Ich hatte noch keinen Hunger
"SC" steht für Santa Catarina, so heißt die Gegend hier

Ums Aitzerl ...

Das pomeroder Bierfest habe ich jedenfalls genau um einen Tag verpasst, gestern war der Abschlussabend und heute waren nur mehr Aufräumarbeiten in Gange. Aber so hatte ich Gelegenheit, zu Mittag ein sehr gschmackiges Weißbier in der Brauerei mit dem schönen Namen „Schornstein“ zu verkosten und danach schwitzend wie nur was noch eineinhalb Stunden durch das ruhig daliegende, hochsommerliche Pomerode zu wandern.

Das Stadttor? Jedenfalls gibts dort einen Andenkenladen und ein Klo
Pomeroder Nebenstraße
Ob die echt "Bierbaum" heißen?
Das Schornsteiner "Weiss" war jedenfalls ein Hochgenuß!
Ad FWF Strategie: wollt ihr nicht ein Hornsteiner "Weiss" auf den Markt werfen? 

Den Palmen entlang und dann links, und Du bist auf der Wiesen

Es ist eigentlich ein bissl seltsam, aber mir mir gefällts hier ausnehmend gut. Schon beginnend beim Frühstück (alle, die mich kennen, wissen, dass ich definitiv kein Frühstücker bin), das mit Abstand das beste Frühstück seit Jahren war (Ricci: ich sag nur "Leberwurst"!). Aber auch die Gegend ist irgendwie vertraut. Hügelig, grün, relativ dicht besiedelt. Nur die Palmen und die Bananenstauden (und die restliche tropische Vegetation) lassen das Bild nicht zu europäisch werden.








Aber der deutsche und italienische Einfluss ist doch ganz gut zu erkennen. Der monopolistisch auftretende VW- und Honda-Händler heißt „Breitkopf“, der Fiat-Händler trägt dagegen einen italienischen Namen. An jedem zweiten Eck gibt es eine Pizzeria „Peppone“ oder eine, die sonstwie italienisch klingt und deutsches Bier und blau-weiß bzw. schwarz-rot-gold sind beliebte Markenbestandteile. Beim Mittagessen (bzw. meinem „Mittagtrinken“, denn Hunger hatte ich nach dem opulenten Frühstück noch keinen) saß ein paar Tische weiter ein Paar, das mit recht hartem Akzent deutsch sprach und dessen Pudel „Susi“ hieß. Auch dem Kellner habe ich leichter auf deutsch gesagt, dass mir das Bier sehr gut geschmeckt hat (mein Portugiesisch ist noch etwas mangelhaft), denn das Weizenbier war in der Tat hervorragend!

Maibaum? Im Jänner?

Vorm Schroeder


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