Samstag, 30. November 2013

Wen man so trifft, am Freitag nachmittag in Lihu´e ...

Jetzt gibt es doch noch einen Blogeintrag heute, sogar mit Foto, weil mir das sonst eh niemand glaubt.

Also, ich steige in Maui ins Flugzeug nach Kaua´i und bin einer der letzten, der an Bord geht. Alle sitzen, aber ein paar Sitze sind noch frei, wir warten also offenbar noch auf Passagiere. Und wer kommt nach einigen Minuten dann auf einmal bei der Tür herein? Auntie Roselle, meine Hula-Lehrerin!

Ich hatte ja eigentlich vorgehabt, sie zu kontaktieren, wenn ich in Maui bin, aber dann bin ich drauf gekommen, dass ich genau zu Thanksgiving hier war und Thanksgiving ist dann doch ein sehr familiäres Fest, und so familiennahe sehe ich mich dann doch auch wieder nicht (ich war vor mehr als drei Jahren das letzte Mal als Schüler bei ihr).

Auntie Roselle sieht jedenfalls etwas abgekämpft aus, also denke ich mir, ich lass sie erst einmal zu sich kommen (sie sieht ja jünger aus als sie tatsächlich ist) und schau, ob noch jemand mit ihr unterwegs ist. Während des Fluges unterhält sie sich angeregt mit ihrer Nachbarin, da wollte ich nicht stören und so über zwei Reihen hinweg unterhält es sich eh nicht besonders gut. Nach der Landung habe ich sie dann aber begrüßt und wir haben sehr gelacht, dass wir uns genau auf diesem Flug treffen.

Sie hat mehrmals gemeint, dass ich mich natürlich bei ihr auch zu Thanksgiving hätte melden sollen, aber es passt schon so.

Happy Thanksgiving, Auntie Roselle!

Auntie Roselle und in der Ankunftshalle am Lihu´e Airport


Chile im Kopf, Hawaii in the air

Heute gibts einmal keine Bilder von Hawaii, denn am Vormittag war ich damit beschäftigt, mir einen Überblick über die ersten zwei Wochen in Chile zu verschaffen und jetzt sitze ich am Gate und warte auf meinen Flug nach Kauai.

Dadurch, dass die Flüge auf meinem RTW-Ticket fix gebucht sind und ich bei der Verschiebung im Frühjahr mitbekommen habe, welches Drama sich abspielt, wenn man die Flugdaten ändern will, fühle ich jetzt durch die vielen Flüge in den kommenden drei Wochen ein bissl „eingeklemmt“. Dazu kommt noch, dass ich bei der ursprünglichen Planung ja davon ausgegangen bin, in den patagonischen Winter zu kommen und ich daher meine Zeit des Frierens im Süden eher kurz halten wollte, also habe ich dort auch wenig Pufferzeit, mich vor Ort zu orientieren. Und die Distanzen zwischen den einzelnen Orten sind auch nicht gerade klein ...

Jetzt muss ich also die sechs Tage, die ich in Patagonien bin, recht straff durchplanen, wenn ich zumindest Perito Moreno und Torres del Paine sehen möchte. Und das ist doppelt ungewohnt: erstens in Hawaii im Hotelzimmer sitzend sich mit dem Süden Chiles zu beschäftigen, zweitens weil ich ja lieber nach Motto reise: fahren wir mal hin und schauma dort, was interessant aussieht und sich gut anfühlt.

Worauf ich auch gespannt bin, ist wie lange es dauert, bis sich das Spanisch seinen Platz in meinem Hirn vom Thai wieder zurück erobert hat. Wenn ich mir jetzt eine Konversation auf Spanisch vorstellen will, kommen mir überwiegend die Thai Worte und Wendungen in den Sinn. Schauma mal, wie gut ich bei den Chilenen damit zurecht komme werde ;-)

Mit dem Cabriowetter habe ich es die letzten Tage übrigens auch hervorragend erwischt, meistens sonnig mit den üblichen Wolken, die sich rund um die Vulkangipfel versammelt haben. Heute ist es deutlich bewölkter und die Wettervorhersage für Kauai spricht sogar von Regenschauern. Insofern passt es gut, dass ich mir vorgenommen habe, heute bei der Autovermietung standhaft zu bleiben und mir KEIN upgrade mehr zu genehmigen!

Freitag, 29. November 2013

The Road to Hana

Eine der berühmten Sightseeing-Strecken auf Maui ist die „Road to Hana“ an der Nordostküste entlang zum Städtchen Hana. Ich hatte mir eigentlich mehr Stellen mit Ausblick auf die Küste und die Berge erwartet, tatsächlich liegt der Schwerpunkt dieser Tour aber auf tatsächlichem „driving“: 51 Meilen (ca. 80 km) eine recht enge Bergstraße entlang, mit vielen Kurven, einspurigen Brücken und wenig Gelegenheiten, stehen zu bleiben. Zum Glück lag nicht die ganze Strecke in der prallen Sonne, also das Dach herunter und gemütlich / sportlich cruisen.





Hana selbst ist, wie eigentlich alle Städte hier, erstens wenig interessant und zweitens, fast nicht als solche erkennbar. Es stehen halt ein wenig mehr Häuser in der Gegend, aber dazwischen ist so viel Grün, und so wenig Infrastruktur, dass man auch daran vorbei fahren kann, ohne zu bemerken, dass man gerade einen Ort durchquert hat.










Zum Abschluss gibts noch ein paar Fotos „shot while driving“, man kann ja auch mal kurz ohne oder nur mit einer Hand fahren. Aloha!









Donnerstag, 28. November 2013

Maui

In Maui ist so viel mehr Verkehr als auf Big Island! Staus und dichte Kolonnen in Kahului, Kolonnenverkehr über 30 Kilometer auf der Straße von und nach Lahaina, das bin ich alles nicht mehr gewohnt! Owa vom Gas!

Dabei hätte ich fahrzeugtechnisch durchaus aufgerüstet: gestern zu Mittag habe ich mir Magnums kleinen Bruder ausgeliehen, nachdem er aber an der Lichtmaschine oder Batterie irgendwelche Spompanadeln machte, bin ich am Abend (im Dunklen, wie passend!) dann auf das Bat-Mobil umgestiegen ...

Magnums kleiner Bruder, nicht so elegant, dafür ein bissl böse (aber ned wirklich)
Leider nicht in Bestform
Deswegen kommt der dunkle Bruder ins Spiel. Schluss mit lustig!

In der Sonne ist es eigentlich zu heiß, um offen zu fahren, aber wenn ein paar Wolken am Himmel stehen (und sie sammeln sich rund um die Vulkane), ist es sehr angenehm. Da vergess ich dann fast, welche Happen das aus meinem Reisebudget frisst, denn Stil ist ja auch was wert ...

Iao Valley
Taro patch
(Männliches) Symbol für Kanaloa, den Gott des Ozeans und der Unterwelt 

Kamehameha und seine Mannen haben an dieser Stellen gegen die Krieger von Maui gekämpft,
die Leichen haben danach das idyllische Bächlein aufgestaut, das ebenfalls durch das Tal plätschert  

Ungefähr 20 km nordwestlich von Kahului wurde die Straße auf einmal sehr eng und sehr kurvig und die Gegend deutlich rauher. Aber nicht lange, nach etwa einer Dreiviertelstunde wurde es wieder "hawaiianischer".









Wildschweinhäute direkt neben der Straße. Ist der Ort kapu ("tabu")
oder wollte der Jäger ein Zeichen setzen?  





Morgen ist Thanksgiving. Ist mir ja eher wurscht, aber im Hotel über mir werden die Stimmen von Männern unbestimmten Alters immer rauher und lauter, je länger sie sich auf das Fest morgen einstimmen. Ich mach wohl besser das Fenster zu und widme mich meinem organic salad, der auch nicht verhindern wird, dass ich Hawaii ein paar Kilo schwerer verlasse als ich angekommen bin ...

Mittwoch, 27. November 2013

South Point und ein Flug mit Überraschung

Am letzten Tag auf Big Island bin ich um die Südspitze herum (südlichster Punkt der USA) wieder nach Kona geflogen und von dort am vormittag des nächsten Tages weiter nach Maui.



Die Landschaft war wieder einmal gar nicht so, wie ich sie von Hawaii im Kopf hatte. Eher irgendwo Prairie, es haben nur ein paar Cowboys gefehlt, die um die Ecke gebogen wären. (In der Vergangenheit hat man tatsächlich Cowboys aus dem Süden der USA und vor allem Mexico nach Hawaii geholt; alles was das Wort „Paniola“ im Namenszug trägt, weist noch auf die spanisch sprechenden Urahnen hin („Espaniola“).


Black Beach
Black Beach Chillout
South Point
Von hier gehts nur mehr nach Norden 
Im Süden: next stop Antarctica

Yippiiiee-ay-eh!


In Kona habe ich dann nur mehr das Hotel bezogen und die Abendstimmung genossen. Am nächsten Morgen am Flughafen habe ich dann eine kleine Überraschung erlebt.

Sogar der Vulkan ist wolkenfrei






Dass es kein Airbus A380 sein würde, der von Hawaii nach Maui fliegt, war mir schon klar, aber dass das Flugzeug in Summe nur Platz für 9 Passagiere haben würde, hatte ich nicht erwartet.

Mokulele Airlines

Dafür war das Einchecken ganz easy und nachdem ich recht früh am Flughafen war, haben sie mich einfach gleich in die nächstbeste, frühere Maschine gesetzt. Und meine Wasserflasche durfte ich auch behalten ;-)

Mokulele Airlines, von innen
Im Anflug auf Maui: Kornkreise? 
Im Anflug auf Maui: Kahului

So witzig es auch war, dabei zuzusehen, wie die Piloten das GPS starten (Garmin), beim Landeanflug hat es dann doch einigermaßen gewackelt, sodaß ich mich kurzfristig doch in die Arme einer größeren Maschine zurück gewünscht hätte. Andererseits, so easy, familiär und unkompliziert wie das Ein- und Auschecken mit Mokulele Airlines war, das hat die kurzen Momente der Beklemmung locker wieder wett gemacht.