Gestern und vorgestern bin ich wieder im Bus gesessen, jeweils zwischen 9 und 10 Stunden. Am Anfang haben mich die langen Busreisen ja noch eher unrund werden lassen (zB in Patagonien), mittlerweile habe ich den Dreh heraußen: man muss einfach schauen, einen Sitz in der besseren Klasse zu bekommen („Cama“, „Suite“ oder „Ejecutivo“), kostet nur 15-20% mehr als die „Semi-Cama“, ist aber um ein Vielfaches bequemer.
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| On the road in Argentina |
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| Wieder einmal ein paar Kilometer Weinanbau |
Nur drei Sitze pro Reihe, kein Gerangel mit dem Nachbarn um Bein- oder Ellenbogenfreiheit, und man kann die Sitze fast waagrecht zurück stellen. Dann braucht es nur noch ein bissl Proviant für die lange Reise und ein gutes Buch und es fühlt es sich an, als würde man in einer Wiege durch Argentinien geschaukelt.
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| Kleine Überflutung |
In derart kommoder Umgebung hat man dann auch die Muße und Entspannung zum lesen; wenn einen die Müdigkeit übermannt, macht man ein kleines Nickerchen und lässt sonst die Landschaft an sich vorbei gleiten. Sehr meditativ. Ach ja, und ein WC gibt es sowieso in jedem Bus, denn sonst müsste man die Meditation für andere Dinge einsetzen ...
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Da gibts eine Geschichte dazu, die mir Ulli auf der Weinverkostung erzählt hat,
ich hab sie nur leider grad nicht mehr präsent ... |
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Am frühen Abend. Könnte auch in Afrika sein.
Nein, doch nicht, der Reisekomfort spricht dagegen |
Tafi del Valle liegt knapp unter 2000 Metern hoch und bietet damit vor allem eins: Kühle. Die Landschaft finde ich nett, aber nicht besonders eindrucksvoll, der Ort selbst ist ein bissl wie Kitzbühel, nur ohne gescheite Berge und ohne Prominenz. Und statt der Tiroler Folklore gibt es Indio-Artesanalia. Gut, denke ich mir, mache ich halt Urlaub wie die Argentinier. Und für die Argentinier gehört zum Urlaub gut essen eindeutig dazu.
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| Tafi del Valle |
Da traf es sich gut, dass ich eh seit drei Tagen nichts warmes mehr im Magen hatte und habe mich daher am Abend erwartungsfroh kurz nach 19.00 Uhr aus dem Haus begeben. Nur: um 19.00 Uhr haben die meisten Lokale noch gar nicht offen, und die, die offen haben, sind menschenleer und vielleicht einmal dabei, den Grill anzuheizen. An einem Restaurant waren dankenswerterweise die Öffnungszeiten angeschrieben: 12.00 bis 16.00 Uhr und 20.00 bis 04.00 Uhr. Na Mahlzeit.
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| Ein Restaurant in der Hauptstraße, 21.30 Uhr |
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| Offenbar rechnen sie schon noch mit Gästen ... |
Also habe ich wieder umgedreht und mir zu Brot, Wurst und Käse noch eine Dose Erbsen gekauft (zwegns der Ballaststoffe) und hab mir im Boden einer abgeschnittenen Wasserflasche damit einen warmen Erbsensalat gemacht. Denn Geschirr gab es keins im Hotel. Dazu einen Tannat von Don David, war auch sehr gschmackig.
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| Raum ist auf dem kleinsten Tischerl |
Am nächsten Morgen wollte ich eine kleine Wanderung zu den Menhiren einer alten Indio-Kultur etwa 10 km von hier machen, musste dieses Vorhaben aber aufgrund einsetzenden Sonnenbrands (trotz Lichtschutzfaktor 50) vorzeitig abbrechen und war daher gegen 13.30 Uhr wieder zurück in Tafi. Um diese Zeit sind die Restaurants nicht nur geöffnet, sondern auch gut besucht. So habe ich auf Empfehlung des Wirtes eine Picana gegessen (ich würde sagen, dass es sich dabei um das Äquivalent einer Beiriedschnitte gehandelt hat) und diese hat vorzüglich gemundet. Allerdings musste ich mich danach umgehend hinlegen, für die Nachmittagsbeschäftigung war damit auch gesorgt ...
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| An der Ausfallsstraße von Tafi |
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| Am Weg zu den Menhiren |
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| Der lokale Fußballplatz |
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| Schafe bei der Siesta. Ich hab sie beim Vorbeigehen fast übersehen. |
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| La Picana. Kein Schaf von vorhin. |
Summa summarum würde ich meine bisherige Erfahrung mit der argentinischen Küche so zusammenfassen: wenn es sich zeitmäßig ausgeht, sehr gut, aber tendenziell viel zu große Portionen und einfach zu den falschen Zeiten für mich. Zum Glück kann man Brot, Wein und Würschtel auch zeitunabhängig genießen!
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| Am Rückweg nach Tafi |
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| Nice piece of heaven |