Freitag, 6. Dezember 2013

Die Magellaner Hauptstraße

Ich würde keinen Eid darauf schwören, daß der Wiener hinter mir im Flugzeug es wirklich ganz genau so gesagt hat. Aber nachdem er zuerst seiner Frau recht auskennerisch die „Magellanstraße“ unter uns gezeigt hat, die betreffende Wasserfläche sich kurz darauf aber leider als Binnensee herausgestellt hat, hat er seiner Frau dann den nächsten Wasserlauf als die „Magellan Hauptstraße“ vorgestellt ...

Ich bin vor zwei Stunden in Punta Arenas angekommen, es ist 21.00 Uhr und noch taghell draußen.

Punta Arenas, 21.00 Uhr
Punta Arenas, 19.30 Uhr mit Schatten 
Punta Arenas

Gestern hatte ich einen kurzen Moment der Panik, der ungefähr so lautete: „jetzt hab ich nur noch knapp drei Monate vor mir und es ist eh schon fast wieder wie zuhause.“ Und dieses Gefühl hatte ich nicht nur im Vorbeigehen.



Das, was ich bisher von Chile gesehen habe (und das ist zugegebener Weise noch nicht sehr viel), macht einen sehr europäischen Eindruck. Die Frauen heißen Marta und Erika, der Tonfall beim Reden ist so, dass ich ein paarmal fest geschworen hätte, dass da (deutsches) Deutsch gesprochen wird (es war dann aber doch Spanisch), und im Supermarkt gibt es Bier von Kunstmann und außerdem, das habe ich wirklich als besonders gastfreundlich empfunden, gleich auch noch eine Bierlinie, die „Salzburg“ heißt.

Salzburg. In Chile.

Erst hab ich gedacht, dass ich damit vielleicht groß ins Import/Export Business einsteigen könnte, aber so gut war das Bier dann doch wieder nicht (was heißt „Reinheitsgebot“ noch schnell auf Spanisch?).

Apropos Spanisch. Mir rutscht anstelle eines „si“ immer noch „chaay“ heraus, aber es wird schon besser. Nachdem mich eh alle ganz natürlich auf spanisch anreden, werde ich wohl recht bald wieder ins hablando hinein kommen.

Noch einmal zum nächtlichen Tageslicht. Ich hab grad nachgesehen, ich hätte gedacht dass ich geografisch noch weiter im Süden wäre. Aber Punta Arenas liegt, wenn man seine geografische Breite auf den Norden überträgt, etwa auf der gleichen Höhe wie Hamburg. Ob vielleicht aufgrund des benachbarten Ozonlochs hier am Abend einfach mehr Licht durchkommt?

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke aus Santiago.

Plaza de Armas

Kunst auf der Plaza de Armas
Schach auf der Plaza de Armas.
Wer wirklich was zählt in dieser Welt ...



Jo, die Deitschen ...

Beim Blick nachts aus dem Fenster hab ich mich kurz gefragt,
ob ich mich nicht ins Gotham Ras al Ghuls verirrt habe.
Hatte dann aber keine Halluzinationen, alles gut.  
In Santiago wird er standesgemäß gewürdigt, der unbesungene Held mit dem Taschenmesser!


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