Rapa Nui (die Osterinsel) ist bekanntlich ziemlich weit weg. Es gibt Leute, die sagen, dass die Pitcairn Inseln (das ist jener Felshaufen, auf dem sich die verbliebenen Meuterer von der Bounty niedergelassen haben) noch einsamer liege, aber ich fand die Isla Pascua schon abgelegen genug. Um die Dimensionen ein bissl zu illustrieren: Rapa Nui ist ungefähr so groß wie eine mittelgroße griechische Insel, zB Samos oder Zakynthos (ca 160 km2), die nächstgelegene Insel ist aber nicht wirklich in Blickweite, sondern etwa 2000 km entfernt (die schon erwähnte Pitcairn Insel), das nächste Festland (Chile) liegt fast doppelt so weit entfernt (ca. 3500 km).
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| Rapa Nui in Nordrichtung, wenig aufregender Ausblick |
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| Rapa Nui in Nordwestrichtung, mein Puls ist nach wie vor niedrig |
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| Ehemaliger Krater, jetzt leicht sumpfig |
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Ich hab am Textanfang gelogen - sooo weit ist die nächste Insel gar nicht weg.
An diesem Eiland nisten die Vögel, auf die man es mit dem Birdman-Contest abgesehen hatte: http://en.wikipedia.org/wiki/Tangata_manu |
An Orten, die schwer zugänglich sind, ist man den lokalen Mafias ja oft ziemlich alternativlos ausgeliefert. In der Hinsicht war die Isla Pascua eh nicht so schlimm, aber ein bissl ein Gefühl der Ein- und Abgeschlossenheit hatte ich schon. Mit dazu beigetragen hat sicher, dass ich keinen Telefonempfang hatte und das Internet im Hotel auch mehr schöner Schein als real verbindendes Sein war. Und dass alles teurer war als am Festland ist irgendwie auch zu verstehen, das ist auf Hawaii ja auch nicht anders.
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Orongo liegt am äußersten Kamm des ehemaligen Kraters, gleich daneben gehts
300 Meter ziemlich grad ins Meer hinunter |
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| Rechts unten veranschaulicht das |
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| Hier heroben haben sie sich windsichere Hütterln gebaut |
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Und wenn Saison war, vor den Häusern getanzt und geschmaust,
während die Birdman-Wettbewerber auf dem vorgelagerten Felsen gesessen sind
und auf das erste Vogelei gewartet haben |
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| Zur Linken der Krater, zur Rechten die Klippen |
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| Höhlenmalerei des Birdman |
Als Reiseziel würde Rapa Nui allein wegen ihrer Abgelegenheit wahrscheinlich nicht besonders attraktiv sein (wer kennt jemanden, der schon einmal auf Pitcairn war?). Denn auch wenn sie ein paar ganz nette Strände aufweisen kann, ist sie nicht das tropische Inselparadies, das zB Tahiti (auch eine der „näheren“ Nachbarinseln) symbolisiert. Das, was die Besonderheit der Isla Pascua ausmacht, sind die stummen Symbole ihres Niedergangs, die Moai und die damit verbundenen Mythen.
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Das waren sie dann, meine ersten Moai. Sehr entgegenkommend von
Sonne und Wolken, dass sie mir genau zu dem Zeitpunkt eine gute Sicht ermöglicht haben. |
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| Erst mit dem Einsetzen der Augen (aus Korallen) wurde der Moai lebendig |
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Es gibt Vermutungen, dass der rote Stoppel auf der Birn die damalige Haarmode darstellen soll.
Ich hab da meine Zweifel. |
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| Wichtig: ein echter Moai steht immer mit dem Rücken zum Wasser. |
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| Ein recht lebendiger Friedhof |
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| Die Bucht gleich im Ort, Hanga Roa |
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| Surfeleven |
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| Mei Reiben |
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Moai am Berg, schauen in die Sonne zur Tag/Nachtgleiche.
Aber irgendwie haben sie natürlich auch den Rücken zum Meer. |
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| Trotz Helm und überwiegender Bewölkung hats mich ein bissl aufbrennt |
Wobei, auch hier scheint sich in der Forschung einiges getan zu haben. Ich hatte noch im Kopf, dass sich die Inselbewohner in einen gigantomanischen Wettstreit verrannt hätten, wer denn nun die schöneren und größeren Moai in seinem Garten aufstellen könne und darüber vergaßen, dass sie sich in einem doch eher begrenzten Ökosystem befanden, ihr Größenwahn das Ökosystem zum Einsturz brachte und in der Folge die Kultur unterging. Auf einer Tour zum Steinbruch, wo alle Moai produziert wurden, hat man uns aber erklärt, dass die Produktion der Moai schon früher zum Erliegen gekommen sei und der Niedergang erst später, aufgrund von Clan-Kriegen, möglicherweise auch unterstützt von Naturkatastrophen, erfolgt ist.
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Die meisten Moai sind ja mit dem Gesicht nach unten gelegen und mussten erst wieder aufgerichtet werden.
Bei den großen Moai (bis zu 10 Meter hoch) haben meine Freunde, die Japaner, ein bissl mitgeholfen |
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Am Moai Steinbruch. Nachdem die Rohlinge aus der Vulkanwand heraus gehauen waren,
wurden sie in ein Loch gestellt, um fertig bearbeitet zu werden. |
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Über die Jahre sind diese Löcher dann zugefallen,
sodass jetzt nur mehr der obere Teil der Moai aus dem Boden ragt |
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| Aber was betrifft mich das schon? |
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| Ich schau, wie ich schau. |
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| Jo. |
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| Genau. |
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Der wäre einer der größten Moai geworden, wenn er fertig geworden wäre.
Etwa 20 Meter hoch. |
Wie auch immer, die Moai sind jedenfalls das Symbol der Osterinsel geworden und neben den echten, alten Statuen gibt es sie natürlich in allen Größen und Formen als touristische Artefakte.
Nachdem ich ohnehin keine Lust auf Strandliegen hatte, haben die drei Nächte für mich eindeutig gereicht. Am ersten Tag habe ich mir einen Roller ausgeliehen und habe den südlichen Teil erkundet, am zweiten Tag mit einer Tour den Nordteil der Insel. Und am dritten Tag zu Mittag bin ich eh schon wieder zurück nach Santiago geflogen und ich muss sagen, ich bin froh, dass der dichte Zeitpan der letzten beiden Wochen vorbei ist. Momentan sitze ich im Bus nach Valparaiso und genieße die relative Offenheit der näheren Zukunft („relativ“ ist sie, weil ich schon ein bissl vorausplanen muss, wo ich am 24./25.12. bin und dafür rechtzeitig eine Unterkunft reservieren muss. Und ab Neujahr scheinen dann die Chilenen in die Sommerferien zu fahren, da muss ich auch schauen, wie es sich mit den Unterkünften entwickelt.
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| Ein runder, magnetischer Stein. |
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| Soll helfen, Kinder zu kriegen. Nicht, dass sie das nötig hätte. |
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| Strand im Norden der Insel. |
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| Heute bin ich eingschmiert. |
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| Restauration abgeschlossen. |
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| Rückenansicht mit Vogel. |
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| Haass is ... |
Aber ich bin insofern recht frei, weil ich entweder in den Norden (in die Atacama Wüste) fahren kann, noch einmal ein Stück nach Süden, wo es wieder grüner wird oder gleich über die Anden nach Mendoza nach Argentinien. Mal schauen, wo es mich jetzt dann hinzieht ....
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