Sonntag, 12. Januar 2014

Eine Stadt im Koma

Bekanntlich hat Uruguay vor etwa einem Monat als erstes Land der Welt die Produktion, den Verkauf und Konsum von Marihuana legalisiert. Ich bin ja erst einige Stunden hier, aber was ich heute gesehen habe, läßt die Vermutung zu, dass die Folgen dieses Schrittes drastischer sind als man annehmen würde.

Auf der Überfahrt über den Rio de la Plata ist noch alles in Ordnung
Ankunft in Colonia. Viele Touristen zu sehen, wenig Uruguayos. 
Die Idylle trügt. Das Land liegt darnieder.

Auf meinem Spaziergang durch Montevideo heute am frühen Abend waren alle Geschäfte geschlossen, keine Restaurants oder Cafés geöffnet und auch auf den Straßen keine Menschen zu sehen. Busse fuhren leer durch die Gegend, Taxler langweilten sich an ihren Standplätzen. Es sind keine Wahlen, es ist kein hoher Feiertag, es ist ein gewöhnlicher Sonntag Abend.


Nicht einmal die sonst so fleißigen Accountants hackeln
Plaza Independencia. Leer.

Auch er rührt sich nicht (mehr).

Ich kann daher nur mutmaßen, dass die Einwohner von Montevideo bei ihrer traditionellen Sonntags-Grillerei keinen „,medio y medio“ mehr zu sich nehmen (dem Vernehmen nach ein sehr schmackhafter Drink aus 50% Weißwein und 50% Prosecco, aber ich konnte ihn noch nicht verkosten - siehe oben). Und auch keinen Kaffee, sondern im Kreis um den Griller einen Joint nach dem anderen kreisen lassen und dazu Hippie-Schnulzen summen („Don´t bogart that joint, my friend“). Infolge des unmäßigen Drogenkonsums sind sie außer Stande, sich noch zu bewegen und daher stirbt die Stadt langsam aber sicher aus.







Furchtbar, diese Drogen. Und dabei hätte Uruguay auch ohne Spliff schon eine äußerst entspannte Atmosphäre ... Dazu passend habe ich gerade noch einen Post auf Facebook zum Thema gesehen. Wo soll das alles noch hinführen?


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