Ich bin extra zeitig aus dem Hotel (genauer gesagt: "Love Motel", weil alles andere in Jeonju war voll, aber in der Nähe des Busbahnhofs gibt es eine Ansammlung dieser Lokalitäten, die tendenziell von Pärchen gebucht werden, aber auch Familien und Alleinreisende aufnehmen), um den Bus nach Geumsan-sa auch zu erreichen, wurde aber zweimal in die falsche Richtung geschickt und den Bus natürlich versäumt. Dann hab ich mir gedacht, gut, schau ich mir erst einmal einfach die Altstadt hier an, die soll sehr schön sein (ist sie auch!). Von dort hab ich noch zweimal versucht, den Bus zum Kloster zu erwischen, aber es hat nicht sein wollen.
Und auf einmal komme ich an einer kleinen Bühne vorbei, wo gerade ein junges Mädchen (ich schätze einmal so zwischen 12 und 14 Jahren) beginnt, ein traditionelles koreanisches Volkslied zu singen. Und ich bin hin und weg von ihrer Stimme und ihrer Präsenz! Gleich darauf kommt eine koreanische Zitherspielerin und auf einer anderen Bühne beginnt eine Band zu spielen. Erst einmal habe ich mich einfach gefreut, dann habe ich im Internet nachgesehen, und siehe da: seit gestern ist hier in Jeonju ein internationales Musikfestival und in der ganzen Stadt gibt es Konzerte und Workshops (die meisten gratis, manche gegen Eintritt).
So war ich heute schon in einer koreanischen Oper, habe eine reine Mädels-Marching-Band gesehen, diverse koreanische Gruppen und mir eine Karte für das Konzert von Fatoumata Diaware gekauft, einer Sängerin aus Mali, die ich in Wien schon einmal gesehen habe, und die morgen hier spielt.
Was soll ich sagen: der Tag war wunderbar! Sonnig, warm, Musik, gutes Essen, die Altstadt gut belebt, in der koreanischen Oper hat der Ansager vor dem Beginn ein paar CDs und Karten verteilt, und nachdem ich der einzige Westler im Publikum war, habe ich eine VIP-Karte bekommen (leider nicht, wie ich erst geglaubt habe, für die Veranstaltungen hier, sondern für einen Thermenbesuch ...) und nachdem ich von der vielen Musik schon etwas erschöpft war, wollte ich am späten Nachmittag ins Hotel zurück um mich ein wenig auszuruhen. Wie ich hier aus dem Taxi steige, fällt mir auf einmal auf, dass mein Rucksack so leicht ist. Scheixxx, meine Kamera ...?
Im Taxi retour ins Zentrum denke ich noch einmal nach, wo ich sie als letztes in der Hand hatte. Ich glaube, am Stand, wo ich das Ticket für morgen gekauft habe. Und uff, sie liegt noch dort. Danke! Wie gesagt: ein GUTER Tag heute!






















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