Samstag, 13. April 2013

Checkpoint Chang

Ich sitze am Dach meines Lieblingshotels in Bangkok, die Stadt brummt und quietscht in ihrer üblichen Tonlage, aber diesmal mischt sich noch anderes hinein: gedämpft, aber doch klar wahrnehmbar dringen von allen Seiten die Stimmen derer zu mir herauf, die grad von irgendwem mit Wasser übergossen wurden.


Bis heute Mittag habe ich von Song Kran, dem thailändischen Neujahrsfest, nichts mitbekommen. Aber schon der Taxler zum Flughafen in Phuket hat gemeint, dass die Fahrt heute etwas länger dauern würde, und was er gemeint hat, habe ich vorher schon beim Nachbarhotel gesehen: Gruppen von fünf, sechs Menschen, einmal mehr, einmal weniger, bunt gemischt: Kinder, Halbwüchsige, Männer, Frauen versammeln sich und bilden etwas, das mich an Checkpoints erinnert. Sie stellen orange Verkehrshütchen auf die Straße, um den Verkehr zu verlangsamen und dann wird vorbeikommende Fahrzeugen, vor allem den MopedfahrerInnen, bedeutet, sie mögen die Geschwindigkeit reduzieren.

Checkpoint Chang

Und dann werden sie aus Schüsseln, Kübeln, Schläuchen und Wasserpistolen, nein, Wassergewehren, mit einer ordentlichen Portion Wasser übergossen. Im Gegenzug fahren junge Männer, zu zweit oder zu mehrt, vornehmlich mit Pickups durch die Gegend und bewerfen wiederum die Leute an den Checkpoints mit Wassergranaten. Ich bin recht froh, im Auto zu sitzen, wir werden zumeist ignoriert, und wenn nicht und jemand schüttet eine Portion über das Auto, macht das zum Glück ja auch nicht naß.


Ich habe es sogar bis ins Hotel hier in Bangkok geschafft, ohne angespritzt zu werden. Wenn ich am Abend etwas essen gehe, wird sich das aber ändern. Schon am Weg zur U-Bahn habe ich drei oder vier Stationen gesehen und in Bangkok ist es sowieso sehr unwahrscheinlich, dass man dem Regen entkommen kann. Aber ich werde versuchen, es mit Gelassenheit zu nehmen. Es gehört halt zum Brauch hier dazu und ich habe bisher noch keine/n gesehen, der, auch wenn er oder sie schon klatschnass war, unzufrieden gewirkt hat. Also dann, auf ins Nass, es hat jetzt (19.00 Uhr Ortszeit) eh noch um die 35 Grad ...


P.S.: Fotos wird es von dieser Etappe verständlicherweise aber weniger geben als von Holi, aber ich glaub ich suche mir das Shirt noch einmal heraus, das ich für Udaipur gekauft hatte. Es hat zwar noch einige Farbflecken, aber es ist so schön dünn, das trocknet vielleicht schneller ;-)


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