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| Wagyu-Rind, Sirloin-Cut |
Kobe liegt etwa 40 Minuten mit der S-Bahn von Osaka entfernt. Die Viehzüchter in der Präfektur Kobe haben die lokalen Wagyu-Rinder und ihre Haltungsmethoden zur Marke erhoben, um die sich allerlei Gerüchte ranken. Zwei der wichtigsten: Kobe-Rinder würden mit Bier gefüttert und täglich gestreichelt, damit das Fleisch besonders weich werde. Ob diese Gerüchte stimmen, von der lokalen Brauereiindustrie in die Welt gesetzt oder einfach nur Blödsinn sind, darüber ist das Internet uneinig. Was aber stimmt ist, daß das Fleisch so zart ist, dass es im Mund quasi schmilzt!
Wagyu-Beef bekommt man in Japan natürlich auch anderswo (laut Informationen aus dem Internet soll es aber in Europa kein echtes Kobe-Beef zu kaufen geben, weil es in Kobe keinen Schlachthof gibt, der nach EU-Regelungen schlachten kann), aber wenn man schon in der Gegend ist, solls schon Kobe werden.
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| Kobe, links am Horizont: Osaka |
Ein besonders hoch gelobtes, weil sehr gutes, aber noch leistbares Restaurant, soll gleich beim Bahnhof sein, das passt doch super, denk ich mir, da fahr ich hin. Bei meiner Ankunft erkenne ich jedoch, dass ich das offenbar das kleine Wörtchen „Shin-„ überlesen habe, dem ich bisher wenig Bedeutung zugemessen habe. Jetzt verstehe ich aber, was es heißt: nämlich Shinkansen-Bahnhof, und der ist oft (aber nicht immer) an einer anderen Stelle, als die traditionelle train station, so auch in Kobe. Also auf zu Shin-Kobe.
Am Weg dorthin sehe ich mich dann schon vor dem mittlerweile vollen Restaurant warten, wie das in Japan oft der Fall ist. Aber ich bin dann doch noch früh genug dran und bekomme einen Platz direkt an der großen Grillplatte, wo mich der zuständige Koch freundlich begrüßt. Ich wähle nicht das (vergleichsweise günstige) Mittagsmenü, denn wenn ich schon einmal da bin, muss ich ja nicht sparen, sondern wähle ein größeres Stück (250g) und dazu eine Vorspeise (Zunge!), Salat und Kaffee.
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| Der Chef und die Gäste |
Der Koch betreut heute fünf Personen, maximal könnten 10 Personen am „Tisch“ sitzen. Als erstes werden für jeden gast einmal fein geschnittene Knoblauchscheiben angeröstet, und dann kommen je nach Menü die anderen Zutaten auf den Grill. Wie zu erwarten war, hat der Koch eine beeindruckende Messertechnik und die Zutaten werden in einer Weise gegrillt, dass sie einmalig sind: ich hatte zB die besten gegrillten Radi-Scheiben meines Lebens!
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| Garlic |
Das Beef wird auf einer eigenen Holzplatte vor dem Gast positioniert und wenn seine Zeit gekommen ist, mit wenigen, schnellen Schnitten zerteilt. Das Fettrandl kommt als erstes auf den Grill, danach folgt der Rest. Ich habe dem Koch gesagt, dass er das Fleisch nur ganz kurz braten soll, und das Ergebnis war wunderbar. Weich, saftig, man kann das Fleisch fast mit der Zunge zerdrücken. Ich bekomme noch Tipps, wie ich es essen soll: ein Stück natur, eines mit Salz, eines mit Pfeffer und eines mit Soja-Wasabi-Sauce. Alle Varianten hervorragend!
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| Zunge, roh, wunderbar |
Nach der ersten Hälfte denk ich mir, na eigentlich hätte das kleinere Menü auch gereicht, aber auch die zweite Hälfte des Fleisches mundet noch vorzüglich. Zum Abschluss werden noch die kleinen Restfuzerln Fleisch und Fett mit frischem Knoblauch in Reis eingearbeitet und werden so zur Sättigungsbeilage, stilvoll mit einer Rolle frisch gemachten Reispapiers serviert.
In Summe hat mich der Spaß etwa 150 Euro gekostet. Also nicht gerade geeignet für den täglichen Business-Lunch, aber als Erfahrung eindrucksvoll. Und für den Verdauungsspaziergang lasse ich mich von bewährter österreichischer Industriehandwerkskunst auf den Herb Garden gleich hinter dem Bahnhof chauffieren.














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