Dienstag, 7. Mai 2013

Messeritis

Heute vormittag war ich noch einmal bei Bjorn in seinem Shop (www.towerknives.com). Er hatte angeboten, dass ich gern vorbei kommen könne, um meine Schleifkünste zu üben, und das wollen wir dann doch gerne tun!

Im Schatten dieses Turmes

Ein Messer zu schärfen ist schon eine spannende Sache. Frisch aus der Produktion sind die Dinger in der Regel schon auch schön scharf, aber nichts im Vergleich zu einem noch einmal ordentlich per Hand geschliffenen Messer!

Worauf es ankommt: einen konstant stabilen Winkel, in dem man das Messer über den Schleifstein führt. Eine ruhige, fast meditative Bewegung, vor und zurück, wobei man nach vorne drückt, nach hinten das Messer nur in Kontakt zum Schleifstein hält, aber keine Druck ausübt. Damit hält man (wenn man es denn kann …) den Schleifwinkel konstant.

Wenn man dann an der Schneide einen Grat spürt, dreht man die Schneide um und schleift die andere Seite, bis der Grat verschwunden ist. Natürlich alles schön gleichmäßig und ohne ruckige oder gar schwingende Bewegungen, die zerstören grad nur den grad erworbenen Schärfegrat wieder.
Nachdem man die Grate weggeschliffen hat, probiert man erst an einem weichen Holz, wie es sich anfühlt bzw. anhört.

Wenn noch etwas quietscht, wieder zurück auf den Stein, eventuell auch auf einen mit kleinerer Körnung. Ansonsten wird auf einem Jeansstoff, der auf einem Holzbrett befestigt wird, noch einmal fein abgestriffen und dann kommt noch der letzte Test: mit einer Hand hält man einen Streifen Zeitungspapier, mit der anderen führt man die Klinge durch das Papier. Und es ist erstaunlich, was man da nicht noch an Fehlern, Unebenheiten oder auch an purer Schärfe spüren kann. Geil!!

Dann folgt noch die letzte Prüfung, der kritische Blick des Sensei (= Lehrer, Meister). Und siehe da, ich habe bestanden! Als Zeichen der Wertschätzung zeigt mir Bjorn auch gleich noch, WIE scharf ich geschliffen habe und schneidet sich in den Finger. Auch falls es ein kleiner Trick sein sollte, ich fühle mich trotzdem meisterhaft! :-)

Das Blut des Sensei

Ah ja, und dann hab ich doch noch meinen Auftrag erfüllt und ein (oder zwei) Messer für Herwig eingekauft. Ein wunderschönes Santoku und ein zweites, ebenfalls in damaszener Verarbeitung, über das wir noch reden müssen, wer es im Endeffekt bekommt. Die Messeritis ist ein Hund!!!

Santoku, Damascus

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