Dienstag, 14. Mai 2013

Taiwan, Tainan, Taipei

Ich mag Taiwan! Taipei ist zwar nicht unbedingt eine Schönheit, aber eine Stadt, die einen mit offenen Armen empfängt. Das liegt zum einen sicher an den Menschen hier. Die Taiwanesen sind sehr warm, freundlich und ich habe den Eindruck, sie freuen sich einfach, wenn jemand hierher kommt. Auch wenn sie nicht viel englisch sprechen (wie zB die meisten Taxifahrer), ein „Welcome to Taiwan“ können sie immer und ich hab das Gefühl, dass sie es auch wirklich meinen.

Ilha Formosa


Stinky Tofu, hab ich (glaube ich) nicht gegessen
National Palace Museum

Es gibt noch Musik-Kassetten!
Der Grund liegt auf der Hand: sie leben geographisch und diplomatisch in ziemlicher Isolation und haben einen SEHR großen Bruder, der nur durch die Taiwan Strait von ihnen getrennt ist und sie sich gern wieder einverleiben würde. Gestern im Zug habe ich mit einem Mann gesprochen, der einige Monate in Deutschland war, um dort eine Halbleiterfabrik abzubauen und in Shanghai wieder in Betrieb zu nehmen. Er hat gemeint, dass die Relations mit China zwar momentan eh schon recht normal sind, er ist viel in China unterwegs und sehr viele Mainland Chinese kommen mittlerweile als Touristen nach Taiwan. Aber dennoch: „We are a small monkey and must be careful not provoke the Gorilla …“.

Tainan








Taiwan hat sich in die starken Arme Amerikas geflüchtet, und das ist ein bissl spürbar, aber nicht unangenehm. Die Polizeiautos schauen aus wie aus in den amerikanischen Fernsehserien, es gibt Radiosender mit amerikanischen Sprechern und viele haben in den USA studiert. Und sie sind sehr serviceorientiert, nicht nur das verbindet sie auch mit den Japanern.


Der berühmte Coffin Toast ("Sarg Toast")



Da hinein hab ichs leider nicht geschafft
Hierhin auch nicht


Japan war ja etwa ein halbes Jahrhundert Kolonialmacht in Taiwan, und was ich auffällig gefunden habe: die Taiwanesen scheinen keinen Groll zu hegen, im Gegenteil. Die unter japanischer Herrschaft errichteten Gebäude werden stolz als Sehenswürdigkeiten präsentiert, in den Museen wird mit freundlichem Ton über die Zeit berichtet und darauf, dass sie das einzige Land sind, dem Japan die Shinkansen verkauft hat, sind sie auch ein bissl stolz. Ähnlich wird auch über die Holländer berichtet, die im 17. Jahrhundert Handelsposten hier hatten, bis sie ein chinesischer General mit seinen 25.000 Soldaten hinausgeworfen hat. Sie sind schon stolz auf General Koxinga, sagen aber auch, dass die Holländer ihnen das Tor in den Westen und zur Technologie geöffnet haben.












Formosa ist unglaublich grün (nicht zu unrecht heißt eine japanisch-taiwanesische Airline „Evergreen“), leider habe ich aus Zeitgründen nur die dichter besiedelte Westküste gesehen. Das Landesinnere (mit Dreitausendern) und die Ostküste sollen landschaftlich wunderschön sein. Was ich aber sonst zu sehen bekommen habe, ist das China, das ich im Kopf hat(te) als ich 1996 in Mainland China war, das es dort aber schon damals nicht mehr gab: enge Gassen, alte Tempel, Leute im Unterhemd beim Mahjong (oder was auch immer) spielen auf ein paar Klappsesseln, und drumherum pulsierende, moderne Großstädte.








Taipei 101 im Regen
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei vom Taipei 101




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