Montag, 3. Februar 2014

B2B

Gestern habe ich mir ein Auto ausgeliehen, um mir noch jene Teile Brasilias anzusehen, die man fußläufig erst nach Mehrtagesmärschen erreichen würde. Um es kurz zu machen: wesentliche neue Erkenntnisse zu Brasilia habe ich nicht mehr gewonnen, beim Besuch des JK-Memorials (Juscelino Kubitschek war der Präsident, der Brasilia auf den Weg gebracht hat) habe ich mir ein paar Mal gedacht: ob sie dem Erwin auch einmal eine solche Huldigung zu Teil werden lassen? Am höchsten Punkt St. Pöltens, die Stadt, die er schuf, zu seinen Füßen? [Nachtrag: Ich ersuche um Verzeihung für meinen historischen Lapsus. Ich hab grad noch nachgelesen, die Hauptstadtfrage wurde schon unter Erwins Vorgänger entschieden, der schöne Slogan dazu: "Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft." Desculpa!]

Templo da Boa Vontade 
Auch am Friedhof ist man hier mit dem Auto unterwegs
JK
JK liest und schreibt
JK schätzt Shakespeare (den Schatz im Silbersee habe ich nicht gesehen)
JK trifft sich mit Meuterern
JK sagt ihm, dass Zigarren ungesund sind (JK ist schließlich Arzt)

JK hat viele Orden
JK hat einen Gedenkstein mit der Inschrift "O Fundador".
Und rundherum roten Plüsch.
Brasilia hat eine eigene Symphonie. Ich hab mir grad was davon angehört,
Antonio Carlos Jobim wäre besser bei den Mädels von Ipanema geblieben
Museo dos Povos Indigenas. Die Ausstellung hat ein bissl hingeschludert gewirkt,
im Gebäude drin habe ich lange nicht bemerkt, dass es die ganze Zeit leicht abwärts ging. 

Gooooooooool!

Das brasilianische Fahrerlebnis war recht OK, bis auf die Tatsache, dass mein Gol eindeutig untermotorisiert war. Andererseits, einen echten Brasilianer hätte das wahrscheinlich auch nicht davon abgehalten, mit quietschenden Reifen um die Kurven zu fahren, das hat der Taxler in Blumenau mit seinem Zwutschgerl ja auch hinbekommen. In Summe war das Fahren in Hawaii aber doch etwas entspannter ...

Die bessere Gegend von Brasilia

Torre Digital. Leider gerade für Besucher geschlossen.
Links die Wildnis, rechts Brasilia

JK Bridge
Kaffee gabs hier keinen, nur eine Präsidentin


Senhor Ambassdor war wohl grad nicht da

Jetzt bin ich in Belem, nicht weit von der Mündung des Amazonas und knapp unter dem Äquator und es ist überraschend, dass es nicht wärmer und feuchter ist. Am Sonntag war die Stadt natürlich wieder ausgestorben bzw. nur von den Gestalten belebt, die man sonst vielleicht nicht so sieht. In solchen Gegenden / Situation halte ich mich dann mit dem Fotografieren ein bissl zurück.

Da die Flugpreise nach wie vor eher prohibitiv sind, werde ich nicht weiter in den Amazonas hinein nach Manaus fliegen und nach 4 Tagen in der Hängematte auf einem Flussdampfer steht mir auch nicht so der Sinn. Ich fahre stattdessen morgen mit dem Nachtbus nach Sao Luis, auf der Strecke werden des Nachts auch immer wieder Busse überfallen, für Abenteuer sollte also gesorgt sein ;-)

Brasilia aus der Luft
Was für die Sportsfreunde
So sah es wahrscheinlich früher hier überall aus


Wenn ich es mit meiner Kamera und meinem Laptop unbehelligt nach Sao Luis schaffe, solltet ihr also in zwei oder drei Tagen wieder etwas von mir hier zu lesen bekommen. Ach so, und „B2B“ heißt natürlich „Brasilia to Belem“.


Im Landeanflug auf Belem

Teatro da Paz in Belem

Am Rio Guajara. Ist ja fast schon der Amazonas




Das lokale Bräu. Fruchtig!
Stout mit Acai. Kräftig.
Das berühmte Eis aus Belem

Piranha habe ich zum Abendessen leider keinen bekommen, dafür muss man in Belem das in ganz Brasilien bekannte Eis mit Früchten aus dem Amazonas essen. Ich war bei der Auswahl natürlich vollkommen überfordert, so habe ich halt einfach auf zwei Sorten gezeigt. Eine hieß "Cupirucu" und die andere "Tabatuga" (oder so ähnlich). Cupirucu war wirklich fruchtig, Tabatuga irgendwie mit zähen, erdigen Stücken durchsetzt, beide aber sehr gschmackig!

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