Montag, 17. Februar 2014

Salvador da Bahia

Salvador ist die mit Abstand die abwechslungsreichste Stadt Brasiliens, wenn nicht ganz Südamerikas - so weit ich das bisher gesehen habe.



Besonders auffällig war das heute auf der Stadtrundfahrt mit dem Touristenbus. Die ersten zwei Stunden waren zwar vermutlich die langweiligsten auf meiner ganzen Reise. Erst haben wir eine Eisdiele besucht, dort 20 Minuten Station gemacht, danach eine Kirche wie jede andere, auch wieder 20 Minuten Pause und dann noch ein überaus schlecht gemachtes Museum/Persönlichkeitskult-Dings für eine obskure Nonne, deren Name so ähnlich klang wie Irma la Douce, die aber doch eindeutig in einer anderen Profession tätig war. Fast wäre ich danach ausgestiegen, aber dann wurde es noch einmal richtig gut.


Die Stadt ist sowohl naturräumlich (das sagt man doch so, oder?) als auch soziographisch (hach, was kenn ich nicht für Worte ...) extrem abwechslungsreich. Hügelig, unübersichtlich, man fährt eigentlich fast ständig um irgendeine Kurve, dabei wechselt dann die Umgebung innerhalb kürzester Zeit von Nobelbezirk zu Favela, von Industriebrache zu historischem Viertel. Nicht nur im Vergleich zu den meist eher schachbrettartigen angeordneten Städten anderswo ist das wunderbar fürs Auge und wie gesagt, super abwechslungsreich.


Ich hatte zwei Gründe für die Bustour: einerseits habe ich gestern mit dem Taxi schon die beiden schönsten Gegenden besucht, den Pelourinho (das historische Zentrum) und Barra, einen wohlhabenderer Stadtteil mit Strand und netten Restaurants ganz an der Südspitze. Daher wollte ich heute eine Exkursion zu einer der Inseln oder Strände auf der anderen Seite der Bucht machen, bin dafür aber zu spät aufgestanden. Und nachdem ich nach wie vor ein bissl auf die möglichen Gefahren hier sensibilisiert bin, schien der Bus einfach eine sicherste Variante.

Capoeira hab ich auch gesehen, hat mich aber wenig beeindruckt. Und die Vorbereitungen für den Carneval habe ich nur insofern mitbekommen, als in der ganzen Stadt (naja, eigentlich nur in bestimmten Gegenden) grad die Besuchertribünen errichtet werden. In Summe also ein gelungener Besuch, trotz der ständigen Warnungen vor Überfällen. Vielleicht hat ja auch die Unterkunft im Sheraton zu meiner Sicherheit beigetragen ;-)




Pelourinho
Das Zentrum ist farbig revitalisiert



Aber gleich ums Eck auch schnell wieder ziemlich abgefuckt 


Natürlich mit touristischer Infrastruktur

Und ohne Michael geht natürlich gar nix


Blick von der Oberstadt ("cidade alta")
Auf die Unterstadt ("cidade baixa")





Farol da Barra, im Hintergrund der Leuchtturm

Sonntag am Strand





So schleppt man hier ab
Manche müssen aber ordentlich rudern
Die Jungen sammeln Bandl von Festivals,
die älteren offenbar von Stadtrundfahrten und ähnlichem







Der Tichy von Salvador
Heiliger Schein oder Scheinheiliger Candomblé?















Afrikanisch-brasilianische Heiligenfiguren



Ein FIFA-Stadion, schaut eh recht ordentlich aus










Wer hier wohl kocht?
Ich lass mich jedenfalls vom Sheraton-Roomservice bewirten.
In so einer unsicheren Stadt brauchts es einfach gewisse Sicherheiten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen