Donnerstag, 20. Februar 2014

Brasilianisches Bad Ischl

Am Weg von Belo Horizonte nach Rio habe ich noch eine Nacht in Petrópolis Station gemacht. Ich war ja mindestens 30 Jahre nicht mehr in Bad Ischl, aber mein Bild von damals, ein bissl modernisiert, aufgepeppt mit brasilianischem Gemüt und etwas mehr Verkehrschaos, ergibt ungefähr Petrópolis.





Es hatte irgendwie dieses kaiserliche Flair, in diesem Fall halt nicht von Franz Josef & Co sondern von brasilianischen Kaiser, Dom Pedro, dem Zweiten (seine Mutter war Habsburgerin, vielleicht erklärt das so manches). Dom Pedro hat vor etwa 150 Jahren gelebt, aber die Seniorchefin des Hotels, in dem ich übernachtet habe, hat so eine gräfliche Aura ausgestrahlt, als hätte sie persönlich noch den Kaiser beherbergt.





Für eine Kleinstadt war es mir dann aber doch fast ein bissl zu turbulent und mehr als eine Nacht braucht man hier in der Tat nicht zu verbringen. Also flugs am kommenden Morgen wieder in Bus gesetzt und nach Rio gefahren.




Die Busfahrt hätte laut Fahrplan 90 Minuten gedauert (und bisher konnte man die offiziellen Zeitangaben für die Reisedauer immer getrost mit 20% Zuschlag versehen). Als wir dann nach 55 Minuten in einen Busbahnhof „Rio Novo“ einfuhren, bin ich zuerst davon ausgegangen, dass es sich um irgendeinen Vorortebahnhof handeln müsse. Als dann aber fast alle ausstiegen und ich erkannte, dass ich auch raus musste, habe ich in der Eile meinen Kindle im Bus liegen lassen. Echt schade drum, ich hatte ihn sehr ins Herz geschlossen (das ideale Reisezubehör!). Aber andererseits auch gut, dass es erst jetzt am Schluss passiert ist und (klopf, klopf, klopf) das einzig Bedeutende war, das ich in diesem Jahr hab liegen lassen.



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