Ich sitze in der Shivaji Stadium Metro Station, das ist eine der Haltestellen auf der funkelnden, neuen, gespenstisch leeren Airport Express Line in Delhi. Eigentlich wollte ich vom Hotel ja mit der U-Bahn zur Airport Line fahren, weil die U-Bahn einfach viel angenehmer, ruhiger und günstiger ist, als sich mit der Rikscha in den Morgenverkehr zu stürzen. Aber nach zwei Zügen, die alle bis auf den letzte Kubikmillimeter gefüllt waren, habe ich für mich und vor allem meinen Koffer in der morgendlichen Rush hour keine Chance gesehen und hab mich doch in die Rikscha hierher gesetzt.
Die U-Bahn („Metro“) in Delhi ist eine super Sache. Mit Ausnahme vom Rajiv Chowk, das ist die Station unter dem Connaught Circle, wo sich zwei Linien kreuzen und die sich Massen durchwälzen, ist die Metro ein überaus angenehmes Transportmittel. Schnell, klimatisiert und spottbillig Eine Oase der Modernität im Chaos.
Die Airport Metro Line ist aber noch einmal eine andere Dimension. Man schwebt auf Rolltreppen durch völlig überdimensionierte. lautlose Hallen drei Stockwerke nach unten, es ist niemand sonst da, die drei Uniformierten beim Security Check sind offensichtlich unterbeschäftigt und neben drei Fahrkartenautomaten sitzen zwei Damen am Ticket-Counter und langweilen sich.
Gestern nachmittag war ich unter anderem bei der Old Delhi Railwaystation und bin von dort durch Chandni Chowk gegangen. Das ist die andere Seite von Delhi: geschäftig, wurlert, dreckig, laut, offenbar mit einer versteckten Ordnung im Chaos. Familien warten auf am Biden sitzend und schlafend auf ihren Zug, Transport-Wallahs laufen mit riesigen Ballen am Kopf von links nach rechts, dazwischen schlafende Hunde und hupende Rikschas. Wobei Delhi aber im Vergleich zu anderen Städten angenehm ruhig ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen