Dennoch hatte ich gemischte Gefühle hier. Denn während die Rahmenbedingungen eigentlich optimal wären, habe ich gemerkt, dass ich offenbar schon fast zu vertrauensvoll geworden bin. Es begann auf der Fahrt hierher durch die Wayanad Natural Reserve. Worin unterscheidet sich das letzte Bild von den ersten beiden?
Alle drei entstanden auf der Fahrt durch den Park (die Nationalstraße von Calicut nach Mysore führt genau durch die Natural Reserve). Das erste Foto entstand, als direkt vor uns eine Gruppe wildlebender Elefanten die Straße überquerte, ich bin schnell aus dem Auto gehüpft und hab ein paar Fotos geschossen. Mein Fahrer hat dann zwar gemeint, dass man eigentlich nicht aussteigen solle, aber es sei schon OK. Ein paar Kilometer weiter war dann gleich neben der Straße eine der wenigen Tränken (es ist gerade extrem trocken hier, alles ist verdorrt) und auf der anderen Seite der Tränke spazierten wieder ein paar Elefanten herum. Der Fahrer hat direkt vor einem Schild gehalten, auf dem deutlich stand: „Tiger Reserve. No Parking! No Picknicking! No Photograph!“ und gemeint, es ist schon OK, wenn ich kurz aussteige. Ich hab ihn noch darauf hingewiesen, dass da auch ein paar Typen in Uniform herum stehen und ob es denn gescheit sei, hier, direkt neben dem Schild und neben den Parkwächtern Fotos zu machen, aber er hat gemeint, das geht schon.
Also mache ich ein paar Fotos und bevor ich wieder einsteigen kann, sind natürlich die Parkwächter da und machen böse Gesichter. Sie fuchteln mit den Armen und setzen sich zu uns ins Auto und bedeuten dem Fahrer, dass das jetzt nicht gut für uns aussehe. Ich verstehe sie zwar nicht, weil sie nicht Englisch miteinander reden, aber zwischendurch höre ich immer wieder „seize camera“ und da wird mir doch ein bissl anders, weil meine Kamera würde ich schon gern behalten.
Ich halte also einfach einmal den Mund und lasse meinen Fahrer mit den Wächtern reden, während wir zum nächsten Checkpoint fahren. Und, siehe da, nach einiger Zeit kommt die Sprache auf eine fine, die ich natürlich direkt an die Wächter zu zahlen habe. Ich versuche nicht zu offensichtlich erleichtert drein zu schauen und zögere noch, bis ich den Preis höre. 600 Rupies, knapp 10 Euro. Puh, denk ich mir, grad noch einmal gut gegangen!
Erst später merke ich, dass mir der Vorfall doch stärker ans Gemüt gegangen ist, weil in Mysore traue ich zuerst einmal gar niemandem. Noch dazu stellt sich das Hotel, in dem ich mich einquartiert habe, als ziemlich verlottert und extrem laut heraus, und dabei ist es erst vor einem halben Jahr eröffnet worden. Die Bettwäsche ist auch noch fleckig, nachdem ich sie habe wechseln lassen, die Gläser im Zimmer wurden seit Monaten nicht gewaschen, der Safe funktioniert nicht, weil die Batterien entfernt wurden, das Zimmer wird im Internet als Honeymoon Suite angepriesen, vielleicht ist es deswegen kaum isoliert, jeder Huper auf der Straße klingt, als stünde die Rikscha im Zimmer und noch dazu hat der Architekt des Hauses, die gloriose Idee gehabt, im offenen Innenhof, zwischen Rezeption und Zimmern, den Gästeparkplatz zu platzieren, sodaß sich auch die Fahrzeuge der Gäste in der Fassade aus Stein und Glas mit dem Straßenlärm vermischen können. I am not amused.
Nachdem ich am nächsten Morgen das Hotel gewechselt habe und den Palast des Maharajas besucht habe, bin ich etwas besser gelaunt. Der Palast ist wirklich ein Gebäude der Repräsentation. Für europäische Geschmäcker vielleicht hie und da ein bissl zuviel des Bunten und Glitzernden, aber ich mein, die offizielle Repräsentationshalle öffnet sich zum Garten hin und bietet Platz für den gesamten Hofstaat (auf der überbauten Fläche von geschätzten zwei Fußballfeldern) kann sich Schönbrunn mit seinen kleinen Zimmerln ein bissl brausen gehen.
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| Mysore |
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| Mysore |
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| Palast, Mysore |
Es gilt im Palast leider strenges Fotoverbot, und da halte ich mich mittlerweile gern dran!
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| Palast, Mysore |
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| Mysore |









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