Lucknow verwirrt mich ein bissl: warum gibt’s hier keine Motor-Rikschas? An allen anderen Orten umschwärmen sie einen wie die Nachtfalter das Licht, hier kannst an der dichtest befahrenen Straße stehen (auch hier, wie in den meisten Städten die MG Road, kurz für Mahatma Gandhi Road), und in 10 Minuten fahren vielleicht drei Rikschas vorbei. Und alle sind besetzt. Dafür wimmelt es im Gegenzug von Fahrrad-Rikschas.
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| Rikscha-Radler |
Der Weg vom Hotel zum Bara Imambara, der Sehenswürdigkeit, zu der ich will, ist nicht grad der Kürzeste, jedenfalls zu weit um zu Fuß zu gehen, und so lasse ich dann meinen Blick schweifen, bis ich einen Rikscha-Fahrer entdecke, der zwar auch klein und schmächtig ist wie alle anderen, aber zumindest ein paar Jahre jünger ist, sodaß ich ihm besseren Gewissens meine Kilo anvertrauen kann.
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| Bara Imambara |
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| Bara Imambara |
Meine Skrupel schwinden aber schnell, als ich sehe, wie dünne, alte Männer halbe Familien auf ihrer Rikscha durch die Gegend bugsieren. Die Fahrten dauern entsprechend länger und man sitzt direkt in der prallen Sonne, dafür hat man eine bessere Übersicht über das Geschehen. Wenn dann allerdings direkt hinter Dir ein Bus seine nebelhornartige Hupe betätigt, um seine Präsenz anzudeuten, wünsche ich schon mich in eine (zumindest subjektiv) sicherere Motor-Rikscha zurück!

Lucknow hinterlässt ein bissl das Gefühl, dass sie ihre vergangene Größe kompensieren wollen. In den Frühzeiten des britischen Raj war Lucknow eine bedeutende Stadt und 1857 kam es hier zur ersten bewaffneten Erhebung (War of Independence) gegen die Briten. Heutzutage ist Lucknow aber vor allem für seine Kebabs berühmt. Diese bestehen aus fein faschiertem Mutton oder Beef und werden mit Papaya und Gewürzen vermischt, um sie besonders weich und zart zu machen. Der Legende nach hat ein alter, zahnloser Nawab seinen Koch gebeten, ihm Kebabs zu machen, die im Mund schmelzen. Und so fühlen sie sich heute auch noch an.
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| Galwati Kebabs |
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| Tunday Chicken, Kebabs sind schon weg :-) |
Nachdem das Hotelpersonal beim Aufräumen einen meiner Lieblingsohrstöpsel verschmissen hat, denke ich mir, Indien ist ja sicher einer der weltweiten Hauptabnehmer von Ohrstöpseln, weil wie wollen die denn sonst alle schlafen? Also mache ich mich auf den Weg und lerne bald, dass ich auf dem Irrweg bin. Nachdem einige Pharmacists auf meine Frage nur den Kopf geschüttelt haben, verweist mich der Letzte zu einem Sportgeschäft (!?) ein beträchtliches Stück weiter. Das Sportgeschäft gibt’s natürlich nicht, oder ich finde es einfach nicht, jedenfalls gebe ich auf. Ich werds in Bangkok wieder versuchen ...
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| Lucknow |
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| Lucknow |
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| Lucknow |
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| Residency, Lucknow |
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