Mittwoch, 27. März 2013

Holy Moly!

Gestern Abend hat das indische HOLI-Fest begonnen, mit Böllern, Bier und großen Strohfeuern auf den Straßen. Heute begann die eigentlich Action, nämlich der Tanz der Farben, und wir mitten drin!

Im Hotel wurde allen Gästen davon abgeraten, auch nur einen Schritt vor das Gate zu gehen (und wir sahen am Rückweg dann auch tatsächlich ältere Damen, die zaghaft einen Arm zwischen den Gitterstäben nach außen streckten), aber so etwas hält uns nicht ab! Michi, Gregor und Anna haben sich schon im Vorfeld passende Kleidung gekauft, ich habe mich gestern Abend in Jodhpur noch standesgemäß eingekleidet. 

Die Sauberkeit vor dem Sturm
Ein bissl bang war uns schon, was uns denn da erwarten würde: Massen grölender Betrunkener? Heimtückische Spritzattacken aus dem Hinterhalt? Hautkrebs von den giftgrünen und giftgelben und giftroten Chemiefarben, die seit Tagen an jeder Ecke in kleinen Plastikpackerln verkauft werden? Manchmal ist es wahrscheinlich besser, keinen Arzt dabei zu haben, der sich um Leib und Leben seiner Frau und Tochter sorgt, auch wenn die beiden selbst das eh viel lockerer sehen …

Wir lassen uns also in die Innenstadt von Udaipur bringen und hatten eigentlich vor, aus der Distanz der interessierten BeobachterInnen das Spektakel zu genießen. Als unser Fahrer aber schon mit allerlei Farben im Gesicht aus dem Auto steigt, kommen uns erste Zweifel, ob das denn gelingen wird. Wir fahren aus dem Hotelgelände hinaus (habe ich schon erwähnt, dass wir in einem sehr herrschaftlichen Haus residieren?) und nach hundert Metern bleiben wir stehen, um uns auch mit Farbe einzudecken. Dabei kaufen wir auch noch ein wenig Grünfutter für die Kühe, das bringe Glück und Segen und während wir etwa 10 Packerl Farbe kaufen, kommen schon die ersten Menschen auf uns zu und reiben uns etwas Farbe ins Gesicht: Happy Holi!!





Die blonde Anna war der Star und präferierte Fokus indischer Kids und ist ganz nebenbei jetzt auf etwa einhundert japanischen Urlaubsfotos verewigt.




Ich glaube ich muss nicht betonen, dass es wirklich viel Spass gemacht hat und wir bei unserer Rückkehr von den Angestellten mit einem breiten Grinsen und den Touristen mit ungläubigen Blicken und der Bitte, ein Foto von uns machen zu dürfen, begrüßt wurden.





























Mit viel Seife und einigem Schrubben war auch der Großteil der Farbe wieder Geschichte, ich habe allerdings immer noch einen grün gefärbten Bauchnabel und dunkelblaue Zehen. Ist mir aber  immer noch lieber als Gregors Schicksal, der jetzt zwar keinen Bart mehr trägt, dafür aber einen dezent grünen Schatten auf der Oberlippe :-)




Danke Gregor für die hervorragende Reiseplanung, das Timing hätte besser nicht sein können!




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