Sonntag, 11. August 2013

Ein Sonntag nachmittag in Lao

Es gibt nicht viel zum letzten Eintrag zu ergänzen.

Vientiane ist eine cosy, gemütliche und sehr entspannte Alternative zu Bangkok. Ich war ja noch nie in Kuba, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Cuba und Laos doch einiges gemeinsam haben könnten. Die Entspanntheit, den „Kommunismus“, der sich bei 40 Grad aber nie richtig einstellen kann, ein bissl abgefuckt, aber Dank westlicher Hilfe und Chinas schützender Hände ganz gut entwickelt und mit Ministerien, die kleiner sind als so manches österreichische Bezirksamt …

Und vermutlich das einzige Land, dessen Name zur Gänze auf das internationale Autokennzeichen passt.














Sabay dii, khop chai!

Samstag, 10. August 2013

Vientiane

Vientiane ist herrlich unaufgeregt.

Vientiane: Wat und Mekong


Und auch angenehm anders. Es ist jetzt kurz vor Sonnenuntergang und ich bin in einem Hotel im Zentrum mit Blick auf den Mekong. Auf einmal höre ich einen eigenartigen Sound und vom Balkon aus sehe ich wie auf der Mekong-Promenade geschätzt etwa 100 Personen ihren Abendsport zu Aereobic-Music machen.

Promenade am Mekong - und Hochwasserschutz 



Mein Thai reicht aus, um den Ansager zu verstehen, der die Menschenmenge dirigiert. Und was ich sehe ist wirklich eine Synthese aus Ost und West: einerseits die Rhythmen und das Setting eines westlichen Fitness-Studios, andererseits die chinesisch-kommunistische Vorliebe für Tai Chi oder andere kommunale Aktivitäten in großen Gruppen auf öffentlichen Plätzen.



Jenga-Competition, live im Fernsehen
I like it und das liegt nicht nur am „True Manhood“ Whisky, den ich mir vorhin im Geschäft an der Ecke gekauft habe. Als Österreicher fühlt man sich in Laos fast zwangsweise zuhause. Der Vergleich von Thailand mit Deutschland ist zwar nicht angebracht, aber es gilt auch hier dasselbe Prinzip wie zwischen Deutschland und Österreich, Irland und Großbritannien, Australien und Neuseeland: das kleinere Land und die Leute dort sind meist noch sympathischer als beim größeren Nachbarn.

Hello Kitty und PSY - oder doch Kim Jong Un?


Würde ich länger in Vientiane leben, könnte ich mir schon vorstellen, dass ich es auf Dauer als ein wenig gar ruhig empfinden würde, aber nach der Intensität von Bangkok passt mir das ganz gut.
Ich bin ja hier, weil ich mein Visum für Thailand erneuern muss und von Bangkok aus Vientiane am günstigsten und schnellsten zu erreichen ist. Nachdem am kommenden Montag Queen Sirikit Geburtstag hat und der damit einhergehende „Muttertag“ die Thai offenbar auch dazu anregt, sich auf Reisen zu begeben, waren leider alle Flüge nach Siam Reap schon ausgebucht und daher muss das Angkor Wat noch ein bissl warten.


Es mag daran liegen, dass Bangkok nun einmal eine Stadt mit 16 Millionen EinwohnerInnen ist und Vientiane gerade einmal 250.000 BewohnerInnen hat, aber was mir auch auffällt: die Leute schauen einem hier viel mehr in die Augen und sind noch aufmerksamer als in Thailand.




Sonntag, 28. Juli 2013

Bücher, Blut und blaue Bohnen!

Oder besser vielleicht doch eher: Beach, Besuch und Business?

Es ist schon so lange her, dass ich gebloggt habe, dass ich schon ziemlich aus der Übung bin. Solange ich auf reisen war, war es ja einfach: jeden Tag soviel Neues, dass es oft nur die Frage war, worüber ich zuerst berichten sollte. Jetzt lebe ich in einer angenehmen, zur Gänze selbstbestimmten Routine und die macht es auch nicht mehr so einfach, immer mit weit offenen Augen alles aufzunehmen, zu beobachten und als besonders zu erfahren - weil es ja praktisch jeden Tag gleich oder ähnlich geschieht.

Ich fange einfach einmal mit einem Ausblick an: kommendes Wochenende nehme ich mir den Freitag schul- und arbeitsfrei und fliege nach Koh Phangan (genauer gesagt, nach Koh Samui und dann noch mit dem Boot weiter nach Phangan). Vergangene Woche sind nämlich Johannes und Gattin Sabine samt Freunden und Verwandten nach Bangkok gekommen und das hat mir die Gelegenheit geboten, endlich wieder einmal als Tourist durch Bangkok zu spazieren. Dieses Wochenende ging es sich nicht aus, dass ich sie im Norden Thailands besuche, aber das kommende Wochenende lasse ich mir nicht nehmen, endlich wieder einmal aus Bangkok raus zu kommen!

Vitamine ...!
Thîi sànǎam Chatuchak
Khao San Road
Junior
Thai Schulmädchen machen Hausaufgaben
Kritisch

Aber Hannes & Co waren nicht die einzigen Besucher. Markus, ein Freund aus Kinder- bzw frühen Jugendtagen, den ich das letzte Mal vor etwa 30 Jahren im Ort meiner Großmutter gesehen habe, war mit seiner Freundin hier. Wir sind dann am Freitag erst gut Fisch und Seafood essen und dann noch in die Saxophone Bar hier gegangen. Es war ein sehr netter Abend und ich habe mich auf jeden Fall mehr gefreut, als es mein Gesichtsausdruck auf dem Foto vielleicht zum Ausdruck bringen mag … ;-)

30 Jahre später ...
In Bezug auf unser Business sind wir wieder einiges weiter gekommen und stehen kurz davor, beim Thai Board of Investment einen Antrag zu stellen, der uns favourable conditions in Bezug auf tax und vor allem immigration procedures verschaffen sollte. Die Tatsache, dass ich in Hong Kong nur ein single-entry Visum bekommen habe, war ja nicht der alleinige Grund, dass ich noch recht wenig in den Nachbarländern unterwegs war (being a good student war mir auch wichtig und in der Welt herumgefahren bin ich vorher ja eh auch schon ein bissl), aber es ist einfach ein bissl abschreckend, wenn man nach jeder Ausreise ein neues Visum beantragen muss.

Zum genauen Inhalt unseres Vorhabens mag ich hier im Internet nicht mehr sagen (Interessenten können ja bei PRISM oder per mail bei mir nachfragen). Aber was mir in den letzten Wochen schon klar geworden ist: das Arbeiten hier ist hier ein ganz anderes als in Österreich. Wenn wir dasselbe in Österreich machen würden [was aus mehreren Gründen in derselben Form gar nicht möglich wäre], hätten wir einerseits sicher mit deutlich höheren Hürden und vor allem viel höherem finanziellen Risiko zu tun, andererseits weiß ich, dass ich vieles von dem, das wir bisher nur vermuten können, ich in Österreich in sehr kurzer Zeit hätte recherchieren und mit den einschlägigen Experten hätte besprechen können. Österreich ist kleiner (Bangkok allein hat doppelt so viele Einwohner wie ganz Ö) und daher kennt man sich halt einfach. Und in Thailand an die richtigen Personen zu kommen, ist eine Frage der connections, die man hat. Aber was solls: no risk, no fun und eine gute Challenge macht immer Spaß!

Und anstelle vieler Worte zum Leben in Bangkok gibt’s hier einfach noch ein paar Impressionen aus dem letzten Monat:



















Sawatdee khrap - oder, wie der Doorman vor dem Eingang zu sagen pflegt: dikap!

Dienstag, 11. Juni 2013

Life is good

Ich kann sagen: mir taugts!

Ich habe eine nette Wohnung gefunden, nicht sehr groß, nicht ganz billig, aber dafür sehr gut gelegen, in einem nagelneuen Haus, ganz nahe an der Sukhumvit, zwei Minuten zu Fuß zur BTS Station und gleichzeitig sehr ruhig. Die Wohnung selbst und die direkte Umgebung sind eher ereignislos, aber das passt schon.

Wohnküche
Sofa-Ecke
Schlafzimmer

Ich muss ja nur drei Stockwerke nach oben fahren und habe ein voll ausgestattetes Fitness-Studio und einen Pool, für den ich mir gleich eine Schwimmbrille gekauft habe, weil man durchaus seine Längen darin ziehen kann.

Rooftop-Pool

Am Morgen arbeite ich erst ein paar Stunden von zuhause aus, gehe dann ein bissl sporteln und schwimmen, und fahre gegen 12.30 Uhr in die Thai Language Class. Montag bis Freitag, von 13.00 bis 16.00, lerne ich jeden Tag drei Stunden Thai, es wäre doch gelacht, wenn ich mich nicht verständigen könnte - trotz unleserlicher Schrift und fünf bedeutungsgebender Tonlagen! Und im Gegensatz zu den Koreanern im Kurs kann ich zumindest ein rollendes RRR sprechen.

Nach der Schule treffe ich mich dann meist im Büro, wir besprechen, was ansteht und abends machen wir derzeit noch Interviews mit ausgewählten Experten oder gehen einfach was essen und ein, zwei Bier trinken. Das ganze bei gemütlichen 30 Grad plus, ab und zu einem leichten Regen und der gelegentlichen Aircondition.


Ich finde den Tagesrhythmus und die Umgebung einfach sehr leiwand. Das Projekt, an dem wir arbeiten nimmt zunehmend Formen an und bisher sieht es immer noch vielversprechend aus, schauen wir einmal, wie es weiter geht. Das Essen in Bangkok ist sowieso immer gut, dazu brauch ich weiter nichts zu sagen, und dass ich in einer 16 Millionen Stadt lebe, merke ich kaum (auf Wien umgelegt lerne, lebe, arbeite und vergnüge ich mich aber auch praktisch nur im ersten Bezirk …)