Mittwoch, 13. November 2013

Ankunft in Osaka

Ich bin gestern Abend in Osaka angekommen. Leider hatte der Flug einige Verspätung, aber kaum in Japan gelandet, lief alles wieder mit dieser überaus angenehmen japanischen Präzision.

Alle Japaner haben beim Einsteigen in Hong Kong dieses Foto gemacht

Ein kleiner Vorteil war auch, dass ich mich hier schon ein bissl auskenne, wenn ich mich an die ersten Tage in Japan zurück erinnere, war ja nicht alles so einfach zu dekodieren ...

Namba, Osaka

Angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der wiederum etwas kühlen Temperaturen (etwa 10 Grad Celsius) habe ich dann nicht mehr versucht, kulinarisches Neuland zu betreten, sondern bin schnurstracks zu einem Lokal in der Nähe gegangen und habe Okonomiyaki genossen, eine Art dickes Omelett mit variablem Inhalt, warm, gut und füllend. Am Weg ins Lokal und während des Essens habe ich dann quasi live ein paar Bilder an Khun Rei geschickt, die ihre Heimat ein bisschen vermisst.

Okonomiyaki aus Osaka sind in ganz Japan berühmt

Es gibt auch eine richtige Speisekarte, aber das scheinen die Essentials zu sein

Zen-Köchin
Vorspeise: Gyoza 
Hauptspeise: Okonomiyaki
Dazu unterschiedliche Saucen
Und weg
Was sie mir damit genau sagen wollten, weiß ich nicht. Vermutlich etwas wie: verbrenn Dir ned die Finger, heiss!

Zurück im Hotel habe ich dann angesichts der Bilder im japanischen TV dann beschlossen, meine Route zu ändern. Eigentlich hatte ich vorgehabt, an der Nordküste entlang nach Norden zu fahren, aber für 40 cm Schnee bin ich ganz einfach nicht ausgerüstet! Ich fahre stattdessen nach Shikoku, das ist ein etwas abgeschiedenerer Teil Japans (südlich von Kyushu, das ist der Teil Japans, in dem auch Hiroshima liegt). Ich bin gespannt!

Sonntag, 10. November 2013

Einmal gehts immer noch

Bei Hong Kong stimmt das einfach.

Ich bin heute (sehr) früh von Bangkok nach Hong Kong geflogen. Beim dritten Mal innerhalb weniger Monate gehts mir hier und jetzt nicht mehr um den Versuch der Wieder-Erkennung (wie im April, als ich das erste Mal seit 1997 wieder hier war) oder um Abtasten der bisher unbekannten Ränder (geographisch wie auch kulinarisch), es ist eher ein Stopp, bei dem ich mir noch einmal gezielt die Dinge heraus picke, auf die ich gerade Lust habe.

Heute war das zu Mittag nach der Ankunft eine scharfe Suppe, danach ein kleiner Spaziergang durch Tsim Sha Tsui, gefolgt von einer kleinen Rast im Hotel. Gegen 18.00 Uhr dann zum Pier hinunter und auf die Skyline von Hong Kong Island hinüber schauen. Diesen Blick finde ich einfach immer wieder hinreißend.






Und nachdem ich so hingerissen war, habe ich tapfer fast eine Stunde auf einen Tisch bei Din Tai Fung gewartet, und es hat sich auch (beim wievielten Mal?) wieder gelohnt. Es gibt ja viele Dependancen von Din Tai Fung in Asien, auch eine in Bangkok, aber die wäre keine Empfehlung wert, und auch Seoul hat mich nicht so recht überzeugt. Aber in Taipei und in Hong Kong, dort sind die Xiao Long Bao so, wie sie sein sollen: wenn man in die Teigtaschen hineinbeißt, spritzt die darin enthaltene Suppe in den Mund, aber ist gerade nicht so heiß, dass man sich verbrennen würde. Das ist neben dem hervorragenden Geschmack ein sensorisches Erlebnis, das es in sich hat. Aber nicht alle schaffen es, Geschmack und Temperatur auch so hinzubringen, dass es wirklich zum Erlebnis wird!

Spicy Gurke mit Knoblauch
Zum Fotografieren hat es heute wieder einmal nicht gereicht, wenn die Xiao Long Bao am Tisch sind ... (daher ein Archivfotos aus Taipei, aber auch hier sind nur mehr zwei Tascherl übrig)

Was ich morgen mache, weiß ich noch nicht. Freundin P. ist gesundheitlich ein wenig angeschlagen, ich werde mit ihr erst am vormittag telefonieren, ob sie in der Verfassung ist, gemeinsam irgendwo ein Häppchen zu nehmen oder ob ich allein etwas unternehme. Falls zweiteres, fahre ich vielleicht zu einer der Outlying Islands, schauma einmal.

Sonntag, 3. November 2013

Novemberfest

In Thailand nimmt man vieles ja nicht ganz so genau, vor allem auch, wenn´s ums Feiern geht. So gehört etwa der Großteil jener Bars, in denen man hier bis in den frühen Morgen tanzen, Alkohol trinken und anderen Lastern nachgehen kann, hochrangigen Polizisten. Was den großen Vorteil hat, dass sich dort kein Gesindel herumtreibt, und man es auch mit der Sperrstunde (eigentlich 3.00 Uhr früh) nicht so genau nehmen muss.

Zur richtigen Wiesn-Kellnerin fehlts noch ein bissl

Weniger verrucht ging es gestern Bei Otto zu, der vorherrschende Farbton war auch kein plüschiges Rot, sondern gestandenes Weiss-Blau. Obwohl wir ja schon November haben, gehen Bei Otto die Oktoberfestfeierlichkeiten noch munter weiter und ich war mit Koji-san dort, um mich vor meiner Abreise standesgemäß mit deutschem Bier von ihm zu verabschieden.

Oans, zwoa, gsuffa!

Wir haben also die verschiedenen Hofbräus und Weißbiere verkostet (zu Preisen, die noch einmal deutlich über jenen auf der Wiesn liegen, aber OK, sie haben auch einen weiten Weg hinter sich) und dazu eine Bayern Platte gegessen, komplett mit Mini-Stelze, Knödeln, Würschtln und Sauerkraut bis uns (also mir, um genau zu sein) der Bauch standesgemäß über die virtuelle Lederhose gehangen ist.

Sowas muss natürlich gleich auf Facebook 
Putzig, das kleine Stelzerl, aber in Summe war eh genug da ...

Das Tanzen auf den Bänken haben wir den anderen Gästen überlassen, wobei es mich bei „I wü ham noch Fürstenföd“ aber schon sehr in den Beinen gekribbelt hat (sorry für die schlechte Tonqualität hier: -> I wü ham).

A bissale hochpreisig auch

Und zum Abschluss noch ein Foto vom kulinarischen Gegenprogramm, vor ein paar Tagen in Phitsanulok. Am Nachtmarkt ein Standl mit gebratenen Heuschrecken, gegrillten Maden, gerösteten Ameisen und allerlei sonstigem Krabbelgetier. Mjam!

Takkathään thoot (gebratene Heuschrecke)

Samstag, 2. November 2013

Langsam gehts ans Einpacken

Von Chiang Mai bin ich nach Sukhothai gefahren. Fünf Stunden in in einem Bus mit etwas zu engen Sitzen, aber sonst sehr entspannt. Sukhothai war lange Hauptstadt von Siam, heute sind davon nur noch weit verstreute Reste diverser Bauten übrig geblieben.

Naga Buddha 
Elefantenstupa
If you are going to Sukhothai ...
... be sure to wear some flowers on your teeth

Man leiht sich am besten ein Fahrrad aus und kann dann gemütlich von einem Wat zum nächsten fahren. Das Wetter war ein bissl diesig, aber nicht zu heiß, und auch wenn mich die einzelnen Bauten nicht übermäßig beeindruckt haben, hatte das ganze Areal eine ruhige, leicht entrückte Grundstimmung. Laut Reiseführer erstreckt sich der Sukhothai Historic Park auf über 40 km2, die bin ich nicht zur Gänze abgefahren, aber gut die Hälfte hab ich wahrscheinlich gesehen. Viele Steine.

Kleine Heiligkeiten
Don´t lose your head
Wat Sri Chum 


Don´t climb the Buddha

Lotus flowers 
Ich habe hier auch gelernt, warum die Lotus-Blume ein wichtiges Symbol im Buddhismus ist: genauso wie sich die Lotus-Blume in ihrer Schönheit aus dem Schlamm erhebt, können wir durch Kontrolle unserer Begierden uns aus dem Sumpf der Gefühle erheben. Mhm.




Androgyner Buddha
Viele Tempel wurden und werden rekonstruiert
Indische Einflüsse sind nicht zu übersehen


Nach dem Steinradmarathon in Sukhothai war Phitsanulok dann ein quicklebendiger Gegenpol. Strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen machten das Herumspazieren zum Genuss, dazu kamen die berühmten „leg-hanging noodles“. An sich nix Besonders, man sitzt mit Blick auf den Fluss und unter dem Tisch gehts halt ins Freie und dort hängen dann die Füße an der frischen Luft. Aber die Nudelsuppe war (wie fast immer) ein großer Genuß!

Die weithin gerühmten ...
... "leg hanging noodles"
Und zur Abwechslung wieder einmal ein Wat 


Schwarze Madonna, schwarzer Buddha ...
Was will er uns sagen? Ich kann nur den unteren Teil entziffern, da steht aber nur "Phisanulok"


Blick vom Nachmittags-Cola in der Floating Bar
Blick auf die Floating Bar 
Sundown
Irgendwie haben sie es mit den Hendln hier ...

Und Elefanten natürlich auch

Das ebenfalls berühmte "flying vegetable" hab ich dann nicht mehr gesehen 
Fünfhaus-Pizza in Thailand?

Und nachdem dann eh schon fast eine Woche um war, hab ich mir gedacht, lass ma´s gut sein und bin (diesmal auf etwas breiteren Sitzen) wieder nach Bangkok zurück gefahren. Die Ankunft war schon wie ein Heimkommen, ich bin vom Busbahnhof gleich zu einem meiner Lieblingsrestaurants gefahren und beim Som Tam Thai beschlossen, dass ich jetzt eigentlich meine Wohnung hier aufgeben und meine Reise um die Welt fortsetzen könnte.

Jetzt bin ich gerade dabei, mich von den Leuten hier zu verabschieden, meine Wohnung übergabefertig zu machen und meine nächsten Schritte zu planen. Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, werde ich Mitte kommender Woche nach Hong Kong fliegen und von dort dann weiter über Shanghai nach Japan, wo ich dann wieder auf mein Round-the-World-Ticket einsteige. Next stop: Hawaii.

Mehr davon, wenns so weit ist!