Sonntag, 28. Juli 2013

Bücher, Blut und blaue Bohnen!

Oder besser vielleicht doch eher: Beach, Besuch und Business?

Es ist schon so lange her, dass ich gebloggt habe, dass ich schon ziemlich aus der Übung bin. Solange ich auf reisen war, war es ja einfach: jeden Tag soviel Neues, dass es oft nur die Frage war, worüber ich zuerst berichten sollte. Jetzt lebe ich in einer angenehmen, zur Gänze selbstbestimmten Routine und die macht es auch nicht mehr so einfach, immer mit weit offenen Augen alles aufzunehmen, zu beobachten und als besonders zu erfahren - weil es ja praktisch jeden Tag gleich oder ähnlich geschieht.

Ich fange einfach einmal mit einem Ausblick an: kommendes Wochenende nehme ich mir den Freitag schul- und arbeitsfrei und fliege nach Koh Phangan (genauer gesagt, nach Koh Samui und dann noch mit dem Boot weiter nach Phangan). Vergangene Woche sind nämlich Johannes und Gattin Sabine samt Freunden und Verwandten nach Bangkok gekommen und das hat mir die Gelegenheit geboten, endlich wieder einmal als Tourist durch Bangkok zu spazieren. Dieses Wochenende ging es sich nicht aus, dass ich sie im Norden Thailands besuche, aber das kommende Wochenende lasse ich mir nicht nehmen, endlich wieder einmal aus Bangkok raus zu kommen!

Vitamine ...!
Thîi sànǎam Chatuchak
Khao San Road
Junior
Thai Schulmädchen machen Hausaufgaben
Kritisch

Aber Hannes & Co waren nicht die einzigen Besucher. Markus, ein Freund aus Kinder- bzw frühen Jugendtagen, den ich das letzte Mal vor etwa 30 Jahren im Ort meiner Großmutter gesehen habe, war mit seiner Freundin hier. Wir sind dann am Freitag erst gut Fisch und Seafood essen und dann noch in die Saxophone Bar hier gegangen. Es war ein sehr netter Abend und ich habe mich auf jeden Fall mehr gefreut, als es mein Gesichtsausdruck auf dem Foto vielleicht zum Ausdruck bringen mag … ;-)

30 Jahre später ...
In Bezug auf unser Business sind wir wieder einiges weiter gekommen und stehen kurz davor, beim Thai Board of Investment einen Antrag zu stellen, der uns favourable conditions in Bezug auf tax und vor allem immigration procedures verschaffen sollte. Die Tatsache, dass ich in Hong Kong nur ein single-entry Visum bekommen habe, war ja nicht der alleinige Grund, dass ich noch recht wenig in den Nachbarländern unterwegs war (being a good student war mir auch wichtig und in der Welt herumgefahren bin ich vorher ja eh auch schon ein bissl), aber es ist einfach ein bissl abschreckend, wenn man nach jeder Ausreise ein neues Visum beantragen muss.

Zum genauen Inhalt unseres Vorhabens mag ich hier im Internet nicht mehr sagen (Interessenten können ja bei PRISM oder per mail bei mir nachfragen). Aber was mir in den letzten Wochen schon klar geworden ist: das Arbeiten hier ist hier ein ganz anderes als in Österreich. Wenn wir dasselbe in Österreich machen würden [was aus mehreren Gründen in derselben Form gar nicht möglich wäre], hätten wir einerseits sicher mit deutlich höheren Hürden und vor allem viel höherem finanziellen Risiko zu tun, andererseits weiß ich, dass ich vieles von dem, das wir bisher nur vermuten können, ich in Österreich in sehr kurzer Zeit hätte recherchieren und mit den einschlägigen Experten hätte besprechen können. Österreich ist kleiner (Bangkok allein hat doppelt so viele Einwohner wie ganz Ö) und daher kennt man sich halt einfach. Und in Thailand an die richtigen Personen zu kommen, ist eine Frage der connections, die man hat. Aber was solls: no risk, no fun und eine gute Challenge macht immer Spaß!

Und anstelle vieler Worte zum Leben in Bangkok gibt’s hier einfach noch ein paar Impressionen aus dem letzten Monat:



















Sawatdee khrap - oder, wie der Doorman vor dem Eingang zu sagen pflegt: dikap!

Dienstag, 11. Juni 2013

Life is good

Ich kann sagen: mir taugts!

Ich habe eine nette Wohnung gefunden, nicht sehr groß, nicht ganz billig, aber dafür sehr gut gelegen, in einem nagelneuen Haus, ganz nahe an der Sukhumvit, zwei Minuten zu Fuß zur BTS Station und gleichzeitig sehr ruhig. Die Wohnung selbst und die direkte Umgebung sind eher ereignislos, aber das passt schon.

Wohnküche
Sofa-Ecke
Schlafzimmer

Ich muss ja nur drei Stockwerke nach oben fahren und habe ein voll ausgestattetes Fitness-Studio und einen Pool, für den ich mir gleich eine Schwimmbrille gekauft habe, weil man durchaus seine Längen darin ziehen kann.

Rooftop-Pool

Am Morgen arbeite ich erst ein paar Stunden von zuhause aus, gehe dann ein bissl sporteln und schwimmen, und fahre gegen 12.30 Uhr in die Thai Language Class. Montag bis Freitag, von 13.00 bis 16.00, lerne ich jeden Tag drei Stunden Thai, es wäre doch gelacht, wenn ich mich nicht verständigen könnte - trotz unleserlicher Schrift und fünf bedeutungsgebender Tonlagen! Und im Gegensatz zu den Koreanern im Kurs kann ich zumindest ein rollendes RRR sprechen.

Nach der Schule treffe ich mich dann meist im Büro, wir besprechen, was ansteht und abends machen wir derzeit noch Interviews mit ausgewählten Experten oder gehen einfach was essen und ein, zwei Bier trinken. Das ganze bei gemütlichen 30 Grad plus, ab und zu einem leichten Regen und der gelegentlichen Aircondition.


Ich finde den Tagesrhythmus und die Umgebung einfach sehr leiwand. Das Projekt, an dem wir arbeiten nimmt zunehmend Formen an und bisher sieht es immer noch vielversprechend aus, schauen wir einmal, wie es weiter geht. Das Essen in Bangkok ist sowieso immer gut, dazu brauch ich weiter nichts zu sagen, und dass ich in einer 16 Millionen Stadt lebe, merke ich kaum (auf Wien umgelegt lerne, lebe, arbeite und vergnüge ich mich aber auch praktisch nur im ersten Bezirk …)

Montag, 27. Mai 2013

Strategieklausur

Rainer und ich haben beschlossen, dass wir außerhalb Bangkoks besser und konzentrierter nachdenken können und haben uns daher für ein paar Tage am Strand und Pool in Pattaya eingemietet.



Entgegen meiner ursprünglichen Erwartung besteht Pattaya nicht nur aus Stripbars und Spelunken (schon auch!), sondern ist eigentlich eine recht angenehme Stadt am Meer. Das Hotel und die umliegenden Condos sind zwar mehrheitlich von Russen belegt, aber was solls. Typischerweise schlafen sie am vormittag am Pool ohnehin ihren Rausch vom Vorabend aus und ab Mittag sind sie wieder in den Bars der Umgebung unterwegs, daher ließ es sich recht ungestört arbeiten.


Wir haben jedenfalls dreieinhalb Tage sehr intensiv nachgedacht, und wenn wir dabei zu sehr ins Schwitzen gekommen sind, sind wir für eine kleine Abkühlung in den Pool gesprungen.


Wir haben uns auf ein Projekt geeinigt, das spannend, neuartig und potentiell ertragreich sein könnte und werden in den kommenden zwei bis drei Wochen das Konzept dazu entwickeln und mit ausgewählten Thais testen.


Details kann und will ich an dieser Stelle natürlich noch nicht bekannt geben, aber wer im Wachstumsmarkt Südostasien investieren möchte, kann sich ja schon einmal unverbindlich mit mir in Verbindung setzen …


Sawadee kap!

Freitag, 17. Mai 2013

Kreative Pause

So, die Entscheidung ist gefallen. Ich habe meine Weiterflüge nach Hawaii und Südamerika auf den Herbst verschoben und mir hier in Hong Kong ein Business Visum für Thailand besorgt.

Aus heutiger Sicht kann ich mir vorstellen, einmal ungefähr ein halbes Jahr in Bangkok zu bleiben und zu schauen, welche Möglichkeiten es dort gibt, in und mit jungen Firmen etwas Neues aufzubauen. Noch sind die Pläne ein wenig diffus, aber der erste Schritt wird sein, ein klareres Bild zu entwerfen. Ich bin schon sehr gespannt, was es im Endeffekt werden wird!

Ich werde den Blog auf jeden Fall weiter führen, oder in einen anderen überführen („Business in Bangkok“?), ich vermute aber, dass ich (beinahe) tägliche Einträge nicht mehr schaffen werde, freue mich im Gegenzug aber auch über emails von Euch!

Ich werde mir in Bangkok ein Apartment suchen, vermutlich mit Gästezimmer. Wer also in den nächsten Monaten in der Gegend ist: meldet Euch! Und ich hoffe, dass es mir nicht ergeht wie der schwimmenden Ente, die als Kunstprojekt hier im Hong Kong im Hafen liegt. An dem Tag als ich dort war, war nämlich die Luft heraussen :-))













Dienstag, 14. Mai 2013

Taiwan, Tainan, Taipei

Ich mag Taiwan! Taipei ist zwar nicht unbedingt eine Schönheit, aber eine Stadt, die einen mit offenen Armen empfängt. Das liegt zum einen sicher an den Menschen hier. Die Taiwanesen sind sehr warm, freundlich und ich habe den Eindruck, sie freuen sich einfach, wenn jemand hierher kommt. Auch wenn sie nicht viel englisch sprechen (wie zB die meisten Taxifahrer), ein „Welcome to Taiwan“ können sie immer und ich hab das Gefühl, dass sie es auch wirklich meinen.

Ilha Formosa


Stinky Tofu, hab ich (glaube ich) nicht gegessen
National Palace Museum

Es gibt noch Musik-Kassetten!
Der Grund liegt auf der Hand: sie leben geographisch und diplomatisch in ziemlicher Isolation und haben einen SEHR großen Bruder, der nur durch die Taiwan Strait von ihnen getrennt ist und sie sich gern wieder einverleiben würde. Gestern im Zug habe ich mit einem Mann gesprochen, der einige Monate in Deutschland war, um dort eine Halbleiterfabrik abzubauen und in Shanghai wieder in Betrieb zu nehmen. Er hat gemeint, dass die Relations mit China zwar momentan eh schon recht normal sind, er ist viel in China unterwegs und sehr viele Mainland Chinese kommen mittlerweile als Touristen nach Taiwan. Aber dennoch: „We are a small monkey and must be careful not provoke the Gorilla …“.

Tainan








Taiwan hat sich in die starken Arme Amerikas geflüchtet, und das ist ein bissl spürbar, aber nicht unangenehm. Die Polizeiautos schauen aus wie aus in den amerikanischen Fernsehserien, es gibt Radiosender mit amerikanischen Sprechern und viele haben in den USA studiert. Und sie sind sehr serviceorientiert, nicht nur das verbindet sie auch mit den Japanern.


Der berühmte Coffin Toast ("Sarg Toast")



Da hinein hab ichs leider nicht geschafft
Hierhin auch nicht


Japan war ja etwa ein halbes Jahrhundert Kolonialmacht in Taiwan, und was ich auffällig gefunden habe: die Taiwanesen scheinen keinen Groll zu hegen, im Gegenteil. Die unter japanischer Herrschaft errichteten Gebäude werden stolz als Sehenswürdigkeiten präsentiert, in den Museen wird mit freundlichem Ton über die Zeit berichtet und darauf, dass sie das einzige Land sind, dem Japan die Shinkansen verkauft hat, sind sie auch ein bissl stolz. Ähnlich wird auch über die Holländer berichtet, die im 17. Jahrhundert Handelsposten hier hatten, bis sie ein chinesischer General mit seinen 25.000 Soldaten hinausgeworfen hat. Sie sind schon stolz auf General Koxinga, sagen aber auch, dass die Holländer ihnen das Tor in den Westen und zur Technologie geöffnet haben.












Formosa ist unglaublich grün (nicht zu unrecht heißt eine japanisch-taiwanesische Airline „Evergreen“), leider habe ich aus Zeitgründen nur die dichter besiedelte Westküste gesehen. Das Landesinnere (mit Dreitausendern) und die Ostküste sollen landschaftlich wunderschön sein. Was ich aber sonst zu sehen bekommen habe, ist das China, das ich im Kopf hat(te) als ich 1996 in Mainland China war, das es dort aber schon damals nicht mehr gab: enge Gassen, alte Tempel, Leute im Unterhemd beim Mahjong (oder was auch immer) spielen auf ein paar Klappsesseln, und drumherum pulsierende, moderne Großstädte.








Taipei 101 im Regen
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei 101 im Taipei 101 Foto Contest
Taipei vom Taipei 101