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| Ohne Worte |
Dienstag, 26. März 2013
Sonntag, 24. März 2013
Schwein gehabt!
Ich fliege also von Amritsar nach Jodhpur und stelle mir im Geiste vor, wie ich die drei als Poolboy mit einem kühlen Kingfisher beglücke oder am Abend als Room Service vor der Tür stehe. Ich habe dasselbe Hotel gebucht, auch wenn ich irgendwie ein komisches Gefühl dabei habe. Die Website ist nichtssagend, und irgendwie kommt mir eigenartig vor, dass es auf keiner Bewertungs- und Buchungswebsite auftaucht, aber was solls. Daram, Gregors indischer Reiseagent kennt alle Hotels ja persönlich und hat ihnen bisher nur gute Plätze gebucht.
Etwas seltsam kommt mir vor, wie wir vom Flughafen nach knapp fünf Minuten schon beim Hotel sind, und noch seltsamer, dass offenbar direkt über dem Hotel die Einflugschneise für eine indische Kampfflugstaffel verläuft, man kann den MIGs ziemlich direkt auf den Bauch schauen. Ich habe aber keine Zeit, noch länger drüber nachzudenken, denn kaum fahren wir vor, sieht mich schon Anna, und trotz meines Zeichens, sie solle still sein, rennt sie gleich zur Eingangstür und schreit „Harald ist da!!“. Soviel zu meiner Vorstellung vom Überraschungseffekt …
Dieser stellt sich dann aber schon noch ein, allerdings bei mir. Denn Gregor und Michi sind gerade dabei, wieder auszuchecken. Das Hotel ist nämlich brandneu und von außen schön anzusehen (sogar am Flughafen preist ein großes Werbeplakat das Indana Palace an), aber so brandneu, dass noch die Arbeiter im Haus sind, der Pool noch nicht existiert und die Bar noch nicht einmal eine License hat, um Alkohol auszuschenken. Dann nehme man noch die MIGs, die im Abstand von drei Minuten übers Haus donnern und fertig ist der Traumurlaub!
Samstag, 23. März 2013
PAKISTAN!! HINDUSTAN!!
Aber was solls, ich bin eh in anderer Mission unterwegs: die indisch-pakistanische Grenze bei Attari-Wagah wird jeden Abend mit einer zeremoniellen Demonstration der jeweiligen Border Security Forces geschlossen. Und dazu fahren von Amritsar die Schaulustigen hin, wie üblich überwiegend InderInnen und ein paar versprengte Touristen.
Der letzte Abschnitt der Straße zur Grenze ist von einer arena-artigen Konstruktion eingefasst, man passiert gefühlte 17 Checkpoints, Rucksäcke und Wasserflaschen sind verboten, Kameras erlaubt. Wie auch schon an anderen Orten ist auch hier sichtbar: in Indien hat man Erfahrung im Umgang mit großen Menschenansammlungen. Der Umgangston kann dabei durchaus forsch werden, Schlagstöcke und ähnliche Utensilien sind Standard, aber nach Aufforderung wird schnell eine richtige „line“ gebildet.
Und dann beginnt die Show. Erst laufen noch jugendliche Besucher mit großen indischen Flaggen die Straße zum Grenztor auf und ab, es tanzt eine Gruppe weiblicher Zuschauer, aber dann übernehmen die schmucken Jungs in den khakifarbenen Uniformen. Alle sind mindestens 1,90 m groß und scheinen die Show und die Aufmerksamkeit durchaus zu genießen.
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| Die eine Seite |
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| Die andere Seite |
Gegenüber, auf der pakistanischen Seite der Grenze ist die Arena etwas weniger gut besucht, aber die Gesänge kommen durchaus druckvoll herüber. Was will man von Grün-Weiß auch anderes erwarten?
Die Stimmung in der Arena ist wie beim Länderspiel im Happelstadion, hier spielt man halt jeden Tag. In der folgenden Stunde stürmen immer wieder ein einzelne oder eine Gruppe von Grenzschützern auf die gemeinsame Grenze zu und zeigen dort vor den gegnerischen Spielern ihre Fähigkeiten, die aber nicht ganz zu unrecht an das „Ministry of Silly Walks“ der Monty Pythons erinnern. Nach einigem Geschrei, Getanze und Salutieren werden die Fahnen eingeholt und die Grenze mit einem lauten Klescher geschlossen.
Am Heimweg sind BesucherInnen aufgekratzt, die Fressbuden am Weg zum Parkplatz zurück machen ein gutes Geschäft und eine Stunde später bin ich wieder im Hotel. Bei allen Show-Elementen, die heute gezeigt wurden, muß einem schon klar sein, daß sich hier zwei Nachbarn gegenüber stehen, deren Beziehungen nicht unbedingt die besten sind und an deren Grenzen es immer wieder Schusswechsel mit Toten und Verletzten gibt. Das erkennt man auch daran, dass neben den Pfauen auch Bewaffnete mit Knopf im Ohr herum stehen. Bei aller Show, ganz entspannt ist man offensichtlich nicht.
P.S.: Fast wäre es ja dazu gekommen, dass das Ehepaar Weichselmayr und ich uns über die Grenze hätten zuwinken können, aber sie kommen erst in ein paar Tagen nach Lahore.
Freitag, 22. März 2013
Eine andere Welt
Ich sitze in der Shivaji Stadium Metro Station, das ist eine der Haltestellen auf der funkelnden, neuen, gespenstisch leeren Airport Express Line in Delhi. Eigentlich wollte ich vom Hotel ja mit der U-Bahn zur Airport Line fahren, weil die U-Bahn einfach viel angenehmer, ruhiger und günstiger ist, als sich mit der Rikscha in den Morgenverkehr zu stürzen. Aber nach zwei Zügen, die alle bis auf den letzte Kubikmillimeter gefüllt waren, habe ich für mich und vor allem meinen Koffer in der morgendlichen Rush hour keine Chance gesehen und hab mich doch in die Rikscha hierher gesetzt.
Die U-Bahn („Metro“) in Delhi ist eine super Sache. Mit Ausnahme vom Rajiv Chowk, das ist die Station unter dem Connaught Circle, wo sich zwei Linien kreuzen und die sich Massen durchwälzen, ist die Metro ein überaus angenehmes Transportmittel. Schnell, klimatisiert und spottbillig Eine Oase der Modernität im Chaos.
Die Airport Metro Line ist aber noch einmal eine andere Dimension. Man schwebt auf Rolltreppen durch völlig überdimensionierte. lautlose Hallen drei Stockwerke nach unten, es ist niemand sonst da, die drei Uniformierten beim Security Check sind offensichtlich unterbeschäftigt und neben drei Fahrkartenautomaten sitzen zwei Damen am Ticket-Counter und langweilen sich.
Gestern nachmittag war ich unter anderem bei der Old Delhi Railwaystation und bin von dort durch Chandni Chowk gegangen. Das ist die andere Seite von Delhi: geschäftig, wurlert, dreckig, laut, offenbar mit einer versteckten Ordnung im Chaos. Familien warten auf am Biden sitzend und schlafend auf ihren Zug, Transport-Wallahs laufen mit riesigen Ballen am Kopf von links nach rechts, dazwischen schlafende Hunde und hupende Rikschas. Wobei Delhi aber im Vergleich zu anderen Städten angenehm ruhig ist.
Donnerstag, 21. März 2013
Delhi
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| Chandni Chowk |
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| Lotus Temple |
Wo Chennai einfach eine riesige Ansammlung von Häusern ist, hat Delhi Struktur. Old Delhi, also die Gegend um den alten Bahnhof, das Rote Fort und die Jama Masjid ist ein bissl versifft, aber in seiner pulsierenden Geschäftigkeit beeindruckend. Karol Bagh, wo mein Hotel ist, ist eine einzige große Einkaufsstraße und Hotelmeile. Am Rajiv Chowk / Connaught Circle ballen sich Kinos, Starbucks und MacDonalds rund um einen eigenartigen Platz in der Mitte des Circles, der als Park schlecht beschreibbar ist. Und in den südlichen Vororten, zwischen Lotus-Tempel und Qutub Minar ist es gesichtslos groß.
Aber die Mischung machts, und auch die Möglichkeit, immer wieder mit der Metro in einer Oase der Kühle und Ruhe von einem Ort zum anderen fahren zu können.
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| Red Fort |
Mittwoch, 20. März 2013
No rickshaw, no earplugs
| Rikscha-Radler |
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| Bara Imambara |
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| Bara Imambara |
Meine Skrupel schwinden aber schnell, als ich sehe, wie dünne, alte Männer halbe Familien auf ihrer Rikscha durch die Gegend bugsieren. Die Fahrten dauern entsprechend länger und man sitzt direkt in der prallen Sonne, dafür hat man eine bessere Übersicht über das Geschehen. Wenn dann allerdings direkt hinter Dir ein Bus seine nebelhornartige Hupe betätigt, um seine Präsenz anzudeuten, wünsche ich schon mich in eine (zumindest subjektiv) sicherere Motor-Rikscha zurück!
Lucknow hinterlässt ein bissl das Gefühl, dass sie ihre vergangene Größe kompensieren wollen. In den Frühzeiten des britischen Raj war Lucknow eine bedeutende Stadt und 1857 kam es hier zur ersten bewaffneten Erhebung (War of Independence) gegen die Briten. Heutzutage ist Lucknow aber vor allem für seine Kebabs berühmt. Diese bestehen aus fein faschiertem Mutton oder Beef und werden mit Papaya und Gewürzen vermischt, um sie besonders weich und zart zu machen. Der Legende nach hat ein alter, zahnloser Nawab seinen Koch gebeten, ihm Kebabs zu machen, die im Mund schmelzen. Und so fühlen sie sich heute auch noch an.
| Galwati Kebabs |
| Tunday Chicken, Kebabs sind schon weg :-) |
Nachdem das Hotelpersonal beim Aufräumen einen meiner Lieblingsohrstöpsel verschmissen hat, denke ich mir, Indien ist ja sicher einer der weltweiten Hauptabnehmer von Ohrstöpseln, weil wie wollen die denn sonst alle schlafen? Also mache ich mich auf den Weg und lerne bald, dass ich auf dem Irrweg bin. Nachdem einige Pharmacists auf meine Frage nur den Kopf geschüttelt haben, verweist mich der Letzte zu einem Sportgeschäft (!?) ein beträchtliches Stück weiter. Das Sportgeschäft gibt’s natürlich nicht, oder ich finde es einfach nicht, jedenfalls gebe ich auf. Ich werds in Bangkok wieder versuchen ...
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| Lucknow |
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| Lucknow |
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| Lucknow |
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| Residency, Lucknow |
Na guad, dann ned
Aber, es soll offenbar nicht sein. Erst kam das Taxi zum Bahnhof nicht daher und dann war von dem Waggon, in dem mein Platz reserviert war, nichts zu sehen. Als ich endlich jemanden gefunden habe, der wie einen Schaffner aussah, hat er nur gemeint, mein Ticket sei ja gut und schön, aber den Waggon gebe es nicht. Aber ich könne mich ja in die allgemeine Klasse setzen. Was ja an sich OK wäre, wenn nur noch irgendwo ein Platz zu finden gewesen wäre.
Da hab ich dann beschlossen, es sein zu lassen. Weil auf ein paar Stunden Stehen im Zug hatte ich einfach wirklich keinen Bock. Also Laptop auf, Flugwebsite gesucht und geschaut, wo denn in den nächsten zwei Stunden Flüge hingehen. Und jetzt sitze ich am Flughafen und werde in Kürze Richtung Delhi düsen.
Kolkata war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten, ich hab eh schon ein bissl einen sensory overload. Ich werde am Abend in Delhi ins Kino gehen, da gibt es Kinos, die auch anspruchsvollere indische Filme spielen und nicht nur Bollywood-Schinken. Und dann entscheiden, wie und wo ich weiter mache.































